Interview mit Triathletin Katja Konschak // Autorin: Sandra Arm

 

Katja Konschak ist entspannt. Man hört es an ihrer Stimme. Sie klingt unaufgeregt. Und das obwohl die 36-Jährige kurz vor ihrem zweiten Saisonwettkampf steht. Am Sonntag startet sie über die Mitteldistanz bei der Challenge Salou. Wir sprachen mit der Profi-Triathletin des SV Nordhausen 90 über einen recht übersichtlichen Terminkalender und ihre Saisonziele.

 

Im Rückblick: Sind Sie mit dem Wettkampfjahr 2014 zufrieden?

Ja, es war ein sehr erfolgreiches Jahr. Auch wenn sicherlich nicht alle Wettkämpfe so gelaufen sind, wie ich es mir erhofft hätte. Meinen besten habe ich in Bolton abgeliefert. Und das nur zwei Wochen nach dem Ironman Germany in Frankfurt. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt. Dennoch war es für meinen Körper nicht so gut, dass ich innerhalb so kurzer Zeit zwei Ironman gefinisht habe.

 

Wie haben sich die Strapazen auf Ihre Körper ausgewirkt?

Mein Körper hat die Rennen nicht so weggesteckt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es war einfach zu viel. Gerade auch mit den vorherigen Wettkämpfen wie den Ironman Wales, Arizona und in Südafrika, die für mich wichtig waren, um mich für Hawaii zu qualifizieren. Die Auswirkungen der anstrengenden Rennen bekam ich dann ausgerechnet beim Ironman auf Hawaii zu spüren. Schon im Trainingslager habe ich gesehen, dass die Laufzeiten langsamer als noch im Frühjahr waren. Der Körper macht schlapp, man fühlt sich müde.

 

Konnten Sie dann über den Winter mal abschalten?

Ich war definitiv reif für eine Pause und habe die Zeit mit meiner Familie sehr genossen. Jetzt fühle ich mich vom Kopf wieder entspannt und ruhig. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mein Trainingspensum heruntergefahren habe.

 

Wie sieht Ihr Pensum denn momentan aus?

Ich habe meine kompletten Umfänge reduziert. So laufe ich jetzt nur noch vier- statt fünf Mal in der Woche. Mein längste Ausfahrt mit dem Rad lag bisher bei fünf Stunden.

 

Ihr Wettkampfkalender sieht mit sechs Rennen sehr übersichtlich aus. Nach welchen Kriterien haben sie ihn zusammengestellt?

In diesem Jahr habe ich ihn einfach mal nach Lust und Laune zusammengestellt. Man muss bedenken, wir haben ein schulpflichtiges Kind, und dementsprechend haben wir auch unseren Urlaub und die Wettkämpfe geplant. Im Sommer fahren wie nach Frankreich. Dort werden wir an drei Wettkämpfen teilnehmen. Mein Mann Uli hat im Internet ein bisschen in unserer Ferienregion recherchiert und er ist fündig geworden.

 

Auf dem Weg liegt auch der Triathlon Alpe d´Huez.

Ja, wir haben schon lange den Wunsch gehabt, dort zu starten. Er passte in den vorherigen Jahren immer nie in die Planung. Jetzt hat es geklappt. Noch dazu sind die Wettkämpfe auf drei Tage verteilt. Ich starte über die Kurzdistanz, mein Mann hat sich die Langdistanz vorgenommen und wenn unsere Tochter Lust hat, kann sie beim Kinder-Wettkampf an den Start gehen.

 

Wenn man an Alpe d´Huez denkt, denkt man zuerst an die Radprofis, die sich den berühmt-berüchtigten Anstieg hoch quälen. Sie wissen schon, auf was Sie sich da eingelassen haben?

Nein, ich weiß nicht, worauf ich mich da einlasse. In der Ausschreibung stand 10 Prozent Steigung. Bisher bin ich noch überall hochgekommen (lacht). Drei Tage zuvor macht dort die Tour de France Station. Wir sind zu dem Zeitpunkt aber noch in Marseille, so dass wir dem größten Trubel aus dem Weg gehen.

 

Bevor Sie Ende Juli den Berg der Leiden angehen, starten sie am Sonntag erstmals über die Mitteldistanz (1,9/90/21,1) bei der Challenge Salou. Was erwartet Sie dort?

Keine Berge (lacht). Salou ist quasi das Kontrastprogramm zu Alpe d`Huez. Es wird mein erster Start dort sein. Ich denke, es wird mich am Sonntag keine schwierige Strecke erwarten. Ich war im vergangenen Jahr nur wenige Kilometer entfernt beim Ironman 70.3 in Barcelona dabei. Die Strecke flach, schön entlang am Strand und am Meer. So ähnlich stelle ich es mir auch am Sonntag vor.

 

Was gab den Ausschlag, dass Sie sich für die Challenge Salou entschieden haben?

Ich habe mir überlegt, welchen Wettkampf kann ich gut und günstig erreichen. Für mich war in dem Fall wichtig, passt er vom Termin und wie ist die Erreichbarkeit gegeben. Ab Mai bietet der Flughafen Leipzig immer einen Direktflug von Leipzig nach Barcelona an. Ich fliege am Freitag hin und komme am Montag wieder zurück. Zudem habe ich dort auch eine gewisse Schön-Wetter-Garantie.

 

Mit welcher Zielstellung reisen Sie nach Salou?

Ich will unter die ersten Drei kommen. Ich muss schauen, wie die Bedingungen dort sind. Da es eine flache Radstrecke ist, will ich schon versuchen meine Radbestzeit, sie steht bei 2:31 Stunden über 90 Kilometer, anzugreifen. Planen kann man das natürlich nicht, weil der Triathlon immer noch eine Freiluft-Veranstaltung ist.

 

Was haben Sie sich generell für Ziele für die Saison gesteckt?

Ich will einfach ein bisschen Spaß haben und schauen, wie es läuft. Ich will einfach den Triathlon genießen. Mein Saisonhöhepunkt ist der Ironman in Wales. Dort will ich Mitte September eine eine gute Leistung abrufen und die ersten Punkte für die Qualifikation für den Ironman Hawaii im kommenden Jahr sammeln. In Wales ist mein Ziel definitiv unter die drei besten Profis zu kommen.

 

Hawaii haben Sie 2015 nicht im Blick?

Nein, dafür müsste ich an mehr Langdistanzen teilnehmen. Ich habe erst kürzlich wieder angefangen voll zu arbeiten. In dem Moment war mir klar, dass das nicht mein Ziel für dieses Jahr ist. Für 2016 will ich Hawaii wieder in Angriff nehmen. Mit wenigen Wettkämpfen muss die Qualifikation gelingen. Mal schauen, wie ich das Training mit der Arbeit koordinieren kann.

 

Sie waren im Februar im Trainingslager auf Lanzarote. Wo finden Sie im Sommer in Nordhausen die perfekten Trainingsbedingungen und wie schauen die aus?

Wir finden in Nordhausen super Bedingungen vor. Zum Schwimmen gehen wir meist ins Badehaus. Von unserem Haus sind es auch nur wenige Gehminuten, dann sind wir im Grünen. Mit dem Rad bieten sich im Südharz zahlreiche Möglichkeiten. Ob bergig oder flach, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Einziger Wermutstropfen, dass das Wetter derzeit nicht passt. Alternativ haben wir einen Schwimm- und Fahrradergometer und das Laufband in den heimischen vier Wänden stehen.