Das Nordhäuser Triathlon-Trio um Katja Konschak, Peter Seidel und Markus Liebelt, alle vom Nordthüringer Orthim Triathlon Team, starteten allesamt zum Abschluss der europäischen Triathlon-Saison in Barcelona (Spanien). In der katalanischen Metropole galt es keine geringere als die Langdistanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Laufen und 42,195 Kilometer Laufen zurückzulegen.

Insbesondere Konschak gelang eine Topplatzierung, denn im Profi-Rennen der Damen erstürmte sie beim Sieg der Niederländerin Yvonne van Vlerken den vierten Platz. Außerdem verbesserte sie die Thüringer Langdistanzbestzeit und schob sich auf Platz zehn der aktuellen deutschen Bestenliste auf der Ironmandistanz bei den Damen.

Das Schwimmen im warmen Mittelmeer absolvierte die 39-Jährige in der Führungsgruppe ohne zu viel Energie zu vergeuden und zu überhitzen. Auch der anschließende erste Wechsel verlief ohne Probleme, sodass Konschak als Zweitplatzierte die Radstrecke in Angriff nahm. Hier galt es, nicht zu viel Zeit auf die vor ihr platzierten Damen zu verlieren, um im Marathon in Schlagdistanz zu bleiben. „Am Ende des Radfahrens lief es noch mal richtig gut. Ich konnte unter fünf Stunden bleiben, worüber ich mich wehr gefreut habe“, so Konschak über die zweite Teildisziplin. Für den zweiten Wechsel ließ sich die Nordhäuserin noch mal mehr Zeit, sammelte all ihre Kräfte und brennte auf den letzten etwas mehr als 42 Kilometern ein wahres Feuerwerk ab. Mit der schnellsten Laufzeit von 3:03 Stunden schob sie sich von Platz sieben noch auf vier nach vorne und verpasste am Ende sogar um nur zwei Minuten ihre Landsmännin Daniela Semmler (3.). Vor allem auf der zweiten Hälfte des Marathons musste die zweifache Mutter hart für die Topplatzierung kämpfen: Nachdem sie trotz der Erschöpfung des Radfahrens gut loslief, lag sie bereits in der dritten der insgesamt vier Runden auf dem vierten Rang – da die vor ihr liegenden Damen noch ein großes Polster hatten, war von da an die markante 9-Stunden-Marke das große Ziel Konschaks. „Die Beine wollten nicht mehr so, also konzentrierte ich mich noch mehr auf die Energiezufuhr und immer weiter zu laufen. Nach dem letzten Wendepunkt wurde es richtig schwer. Gegenwind und Krämpfe in den Fußsohlen und Oberschenkeln zwangen mich fast zum Stehenbleiben, als mich ein Agegrouper oberholte, der mich noch mal motivierte. Ich konnte dann seinen Windschatten knapp zwei Kilometer halten, bevor ich ihn ziehen lassen musste“, gibt Konschak einen Einblick in die letzten Kilometer. Trotzdem erfüllte sich die letztjährige Deutsche Meisterin und Vize-Europameisterin ihr langersehntes Ziel: In einer Endzeit von 8:57:12 Stunden blieb sie erstmals in einem Langdistanzrennen unter der magischen Marke von neun Stunden. „Ich freue mich riesig über dieses Ergebnis, auch wenn es „nur“ zu Platz vier gereicht hat. Es war aber vorher klar, dass es nicht einfach wird, auf das Podium zu kommen“, erklärt Konschak weiter. Nachdem sie noch in Frankfurt im Juli mit gesundheitlichen Problemen auf der Laufstrecke aussteigen musste, war es nun ein gelungener Saisonabschluss: „Nach der schwierigeren Saisonphase war das neun-Stunden-Finish der Plan, nachdem es in Frakfurt leider nicht klappte. Der Sieg beim ICAN gab mir dafür noch mal Aufrieb.“

Für ihr nächstes großes Ziel, die Qualifikation für den Ironman Hawaii 2018, brachte die Platzierung in Barcelona bereits knapp 1000 Punkte im sogenannten Kona Pro-Ranking, was eine gute Ausgangsposition für die kommende Saison bedeutet.

Während für Konschak alles nach Plan lief, hatten sowohl Seidel und Liebelt mehr zu kämpfen. Nach einem soliden Schwimmen in knapp 50 Minuten, ließ der 28-Jährige auf dem Radabschnitt federn und wollte das Rad eigentlich schon abstellen – doch der Gedanke an seine kleine Familie zu Hause ließ den Sieger des ICAN Nordhausen 2015 durchhalten und so schob er sich durch einen guten Marathon von nur etwas über drei Stunden noch auf den 19. Rang des Elitefeldes nach vorne. „Auf dem Radpart haben die nötigen Wettkämpfe im Voraus gefehlt, die ich leider aus verschiedenen Gründen in diesem Jahr nicht absolvieren konnte“, so Seidel.

Unglücklich verlief das Rennen derweil für Markus Liebelt. Nachdem er auf der Radstrecke in den Top Ten lag, die Beine gut waren und er Boden auf die Spitze gutmachte, bremste ihn ein quer zur Fahrbahn verlaufender Rüttelstreifen – bei über 40 km/h stürzte Liebelt, zog sich eine tiefe Schnittwunde am Knie und größere Schürfwunden an Hüfte und Ellenbogen zu, überstand das Malheur aber ohne größere Verletzungen.