Die bisherige Thüringer Ironman-Bestzeit über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Schwimmen stellte der Nordhäuser Peter Seidel auf seiner Langdistanz-Premiere im Oktober 2014 in Valencia auf und lag bis dato bei 8:33:29 Stunden. Fast zwei Jahre später konnte der Profi-Triathlet des ORTHIM Triathlon Teams seine Bestmarke weiter verbessern: Mit Gesamtplatz sechs bei der Challenge Almere-Amsterdam und 8:32:04 Stunden feierte Seidel einen in dieser Saison schon lange nicht mehr für möglich gehaltenen Erfolg.

Nach den Challenge-Rennen in Dänemark und Poznan startete der 27-Jährige Schützling von Coach Joseph Spindler in diesem Jahr auf seiner bereits dritten Langdistanz. Dabei ging es ihm insbesondere darum, diese nach zwei energetisch bedingten Ausstiegen vernünftig ins Ziel zu bringen. „Die Fehler der ersten beiden Langdistanzen waren behoben, zuletzt ging die Form wieder nach oben und ich konnte nach eine leichten Erkältung nach dem ICAN Nordhausen gut trainieren“, so Seidel.

Das Rennen nahe der niederländischen Landeshauptstadt verlief von Beginn an solide: Als Zehnter nach dem Schwimmen fand er sich auf dem Rad in einer Gruppe mit dem Sechstplatzierten wieder, wobei diese nach vorne Boden gut machte. Hinter dem Führenden Jan Raphael fuhren die restlichen Athleten in einer großen Gruppe zusammen – das Rennen um die weiteren Plätze war offen. „Auch wenn ich etwas über meine Verhältnisse gefahren bin, wollte ich unbedingt in der Gruppe bleiben, um eine gute Ausgangsposition zu haben“, so Seidel. Nach knapp zwei Drittel der Radstrecke musste er allerdings abreißen lassen, konnte dem Tempo nicht mehr folgen und wechselte als 13. fünf Minuten nach den Top Ten und mit acht Minuten Abstand zum Sechstplatzierten auf den abschließenden Marathon. „Zwischenzeitlich habe ich dann beim Radfahren schon ans Ausstiegen gedacht, es war ein richtiges Wechselbad der Gefühle“, verriet der Thüringen.

Doch trotz der heißen Temperaturen, mit denen viele Profis ihre Probleme hatten, drehte Seidel in seiner Spezialdisziplin noch mal auf. Mit der viertschnellsten Laufzeit und seinem ersten Marathon unter drei Stunden überholte er einen Athleten nach dem anderen und schob sich bis auf Platz sechs nach vorne. 8:32:04 Stunden bedeuteten zudem eine Verbesserung seiner bisherigen thüringischen Langdistanzbestzeit: „Es war ein Ergebnis, mit dem ich vorher nicht gerechnet hätte. Ich habe nie aufgegeben und ganz am Ende den Lohn dafür bekommen.“