Wenn aufgrund der kalten Temperaturen in Europa noch längst nicht an Triathlonsport zu denken ist und der Schnee die Landschaft prägt, müssen alternative Lösungen her. So startet die Nordhäuser Profi-Triathletin Katja Konschak am Sonntag bei Temperaturen von über 25 Grad beim Ironman 70.3 South Africa über die Mitteldistanz von 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen. Im Hinblick auf ihr Saisonziel, die erneute Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii im Oktober diesen Jahres, strebt die amtierende Deutsche Langdistanz-Meisterin einen Platz unter den besten Fünf an: „Natürlich ist es schwer zu sagen wo man nach der Vorbereitung momentan steht, aber mit einer Top-fünf-Platzierung wäre ich auf jeden Fall zufrieden, das wäre der Optimalfall.“

Die Vorbereitung absolvierte die Athletin des Nordthüringer ORTHIM Triathlon Teams in der Heimat und verzichtete auf Trainingslager im Süden, trotzte dabei Kälte, Schnee und Glätte. Im Dezember stand eine erste Standortbestimmung beim Silvesterlauf in Erfurt an. „Auch wenn aufgrund der Glätte keine Rückschlüsse in der Zeit möglich waren, sah ich dass die Ausdauer stimmt, denn ich konnte bis zum Ende konstant mein Tempo durchlaufen“, erklärt Konschak.

Wie gut die Form aber wirklich ist, kann die 38-jährige frühere Leistungsschwimmerin momentan nur schwer einschätzen. Auf den heimischen Straßen Radfahren konnte sie das letzte mal im November, in den vergangenen Wochen stand vor allem Indoortraining auf dem Plan – mit Hilfe von Schwimm- und Radergometer sowie einem abschließenden Lauf im absolvierte sie, wenn auch unter etwas ungewohnten Bedingungen, einen kompletten Triathlon. „Im Vergleich zum Radfahren draußen muss man auf der Rolle die ganze Zeit treten und kann sich nicht ausruhen, es ist also noch etwas intensiver“, erklärt Konschak. Erstmals in den Süden geht es erst im Februar, wenn sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Ulrich nach Lanzarote aufbricht: „Für den jetzigen Stand der Vorbereitung ist die Form gut, noch fehlt aber der große Gradmesser. Auf jeden Fall bin ich bisher anders als im letzten Jahr krankheits- und verletzungsfrei geblieben, das stimmt mich positiv. Beim kommenden Halb-Ironman kann ich sehen, an welchen Dingen ich bis zu meiner ersten Langdistanz im April noch arbeiten muss.“

Dann kehrt die Vize-Europameisterin nämlich noch mal nach Südafrika zurück und startet über die doppelte Streckenlänge von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen erneut. „Der Plan für die diesjährige Hawaii-Qualifikation ist zweimal in Südafrika sowie erneut in Frankfurt zu starten“, skizziert Konschak. Für die Profi-Triathleten dauert der diesjährige Qualifikationszyklus für die Welttitelkämpfe im Oktober bis zum 20. August an. Nur die besten 35 Damen mit den meisten Punkten aus den Rennen der weltweiten Ironman-Serie dürfen am Ende daran teilnehmen.

Als härteste Konkurrentinnen im Kampf um einen guten Saisoneinstieg warten am Sonntag auf die Südharzerin insbesondere die britische Titelverteidigerin und Topfavoritin Jodie Cunnama, die Hawaii-Sechste des Jahres 2015, Susie Cheetham, sowie Kristin Möller aus Deutschland. Sie alle haben bereits zahlreiche Trainingskilometer in den wärmeren Gebieten hinter sich, doch im Wettkampf werden die Karten neu gemischt.