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Blasenentzündung

Blasenentzündung – was tun gegen die Beschwerden?

Eine schnelle Hilfe bei Blasenentzündung ist verständlicherweise gewünscht. Der häufige Gang zur Toilette, das andauernde Gefühl des Harndrangs und die starken Schmerzen sollten schließlich besser heute als morgen bekämpft werden!

Für die Therapie der Blasenentzündung kommen verschiedene Maßnahmen in Betracht. In vielen Fällen ist aber gar keine spezielle Bekämpfung der Auslöser nötig, weil der Infekt binnen einer Woche von selbst vorübergeht. Dann steht die Linderung der Symptome im Vordergrund der Zystitis-Behandlung – und gleichzeitig die Vorbeugung, damit die Erkrankung nicht chronisch wird.

Wir zeigen Ihnen, was Sie tun können, wenn Sie die Beschwerden einer Blasenentzündung plagen!

Wichtig in der Therapie: Ursache des Harnwegsinfektes kennen

Bei der typischen und in den meisten Fällen auftretenden Harnwegsinfektion handelt es sich um die bakterielle Zystitis. Hierbei steigen Bakterien, die beispielsweise aus der eigenen Darmflora in die Harnröhre gelangt sind, durch die Harnröhre bis zur Blase auf. Wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist, können sich die Bakterien dort festsetzen und eine bakterielle Blasenentzündung auslösen. Die Behandlung zielt bei dieser Form der Blasenentzündung auf das Abtöten der Bakterien.

 

Blasenentzündung behandeln: Was hilft gegen die bakterielle Zystitis?

Ärzte behandeln eine bakterielle Blasenentzündung vorwiegend mit Antibiotika. Diese werden als Kapsel oder Tablette eingenommen.

Gut zu wissen: Antibiotika sind nicht immer zwingend erforderlich.

In rund der Hälfte der Fälle ist es aber gar nicht notwendig, eine Blasenentzündung mit Antibiotika zu behandeln. Die Infektion heilt dann komplikationslos innerhalb einer Woche aus. Vor allem bei leichten Harnwegsinfektionen oder ohne einen vorhandenen Risikofaktor (z.B. Schwangerschaft) sollte die Einnahme von Antibiotika wohlüberlegt sein.


Welcher Wirkstoff kommt für die Behandlung in Frage?

Empfehlenswert sind bei der akuten Blasenentzündung individuell auf den Infekt abgestimmte Antibiotika, die vor so genannten „Breitband-Antibiotika“ zu bevorzugen sind. Insbesondere bei Risikogruppen wie Schwangeren oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sowie im Fall der ständig wiederkehrenden Zystitis wird daher eine Urinprobe des Patienten entnommen. Diese ermöglicht dem Arzt, die genaue Art der Bakterien zu bestimmen und zu testen, welche Antibiotika sie bestmöglich bekämpfen können. Entsprechend dieser Untersuchung wird ein Wirkstoff ausgewählt, der dann im Normalfall schnell zur Heilung führen sollte.


Wie lange müssen die Antibiotika eingenommen werden?

Die Dauer der Anwendung von Antibiotika unterscheidet sich abhängig vom Wirkstoff des Präparats. So gibt es vor allem bei leichten Blasenentzündungen die Möglichkeit, einen Wirkstoff zu verschreiben, der nur eine einmalige Anwendung bedingt. Die lästigen Symptome einer Zystitis, wie Schmerzen beim Wasserlassen oder Unterleibsschmerzen, werden dadurch recht zuverlässig beseitigt.

Allerdings besteht das Risiko, dass einige Bakterien in der Blase überleben und so der Infekt nach kurzer Linderung mit voller Wucht wieder zurückkehrt. Um das zu vermeiden, werden vorwiegend Antibiotika verabreicht, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen. Eine Dauer von mehreren Tagen ist dabei der Schnitt.

Wichtig: Nehmen Sie verschriebene Antibiotika stets so lange ein, wie der Arzt Ihnen sagt. Ein typischer Fehler in der Anwendung ist nämlich das abrupte Absetzen des Wirkstoffs, wenn eine erste Besserung eingetreten ist. Mitunter sind dann aber noch nicht alle Bakterien besiegt und die Beschwerden kehren schnell zurück. Außerdem steigt das Risiko einer Antibiotikaresistenz.

Was, wenn die Zystitis-Behandlung nicht anschlägt?

Es kann in einigen Fällen vorkommen, dass die Erreger in der Blase gegenüber des gewählten Antibiotikums resistent sind. Dann kommt die Vergabe eines anderen Wirkstoffs in Betracht. Manchmal sind aber auch Anwendungsfehler von Patienten schuld an einer verminderten oder gänzlich ausbleibenden Wirkung. Zu typischen Anwenderfehlern zählen:

  • der Konsum von Milchprodukten, welcher die Wirksamkeit von Antibiotika hemmen kann;
  • das Trinken von Alkohol;
  • das Absetzen von Antibiotika, wenn die Beschwerden nachlassen – aber der vorgesehene Zeitraum noch nicht um ist;
  • zu große Zeitabstände zwischen der Einnahme der einzelnen Tabletten oder Kapseln.

Achten Sie bei Antibiotika daher stets darauf, dass Sie die Tabletten oder Kapseln mit einfachem Leitungswasser zu sich nehmen und immer einen ähnlichen Zeitpunkt für die Einnahme wählen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass das Antibiotikum trotz korrekter Anwendung nicht oder nur unzureichend wirkt, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.


Kritik an Antibiotika-Behandlung

Eine Blasenentzündung mit einer Antibiotika-Behandlung zu heilen, stößt nicht immer auf Gegenliebe. Zwar kann sie in einigen, vor allem schweren Fällen der Zystitis erforderlich sein; allerdings stehen Antibiotika auch im Verdacht, die natürliche Zusammensetzung der Darm- oder Scheidenflora ungünstig zu beeinflussen. Daher führen sie manchmal zu unangenehmen Nebenwirkungen oder sogar bleibenden Veränderungen der Darmflora. Weiterhin können Antibiotika Pilzinfektionen auslösen. Umso interessanter ist für viele Patienten daher eine Behandlung der Blasenentzündung ohne Antibiotika.

 

Blasenentzündung behandeln ohne Antibiotika? Allgemeine Hilfe bei der Zystitis

Die Behandlung der Zystitis muss nicht immer durch Medikamente erfolgen. Mit einigen Tipps und Tricks schaffen Sie es bei leichten Verläufen sogar, ganz ohne Arzneien auszukommen und dennoch die Blasenentzündung loszuwerden. Aber auch dann, wenn Antibiotika unabdingbar sind, können die nachfolgenden Maßnahmen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

1. Viel trinken
Als natürliche Hilfe bei der Blasenentzündung gilt die Faustregel, viel zu trinken. Besonders spezielle Blasen- und Nierentees erweisen sich in der Behandlung einer Blasenentzündung als sinnvoll. Sie können aber auch einfach Wasser trinken. Sie sollten auf eine Mindesttrinkmenge von eineinhalb bis zwei Litern pro Tag achten. Diese sorgt dafür, dass Sie die Blase durchspülen und die Erreger schneller ausscheiden können.

2. Wärmeumschläge machen
Bei der Blasenentzündung-Therapie hilft überdies Wärme. Da einige Infektionen durch Kälte ausgelöst oder begünstigt werden, schaffen Sie durch Wärmeumschläge, Vollbäder oder ein kuschelwarmes Bett einen angenehmen Gegenpol. Weiterhin lindern Sie so Unterleibsschmerzen und -krämpfe, die häufig bei einer Blasenentzündung auftreten können.

3. Wasserkur bei Zystitis anstreben
Um die Blasenentzündung zu behandeln, hat sich in vielen Fällen schon eine so genannte Wasserkur bewährt. Bei dieser verwenden Sie das beliebte Backmittel Natron, wovon Sie einige Löffel in Wasser auflösen und über den Tag verteilt zu sich nehmen. Empfehlenswert ist etwa ein großes Glas im Abstand von einer Viertelstunde. Natron hilft dabei, das charakteristische Brennen beim Wasserlassen zu lindern und gleichzeitig die Vermehrung von Bakterien zu stoppen.

4. Richtig ernähren
Was viele Betroffene nicht wissen: Die Ernährung spielt in der Therapie einer Blasenentzündung ebenfalls eine wichtige Rolle. Es gibt beispielsweise entzündungshemmende Lebensmittel und Zutaten, aber auch umgekehrt welche, die es aufgrund ihrer entzündungsfördernden Eigenschaften zu meiden gilt. Möchten Sie die Behandlung der Blasenentzündung unterstützen, sollten Sie auf den Konsum von Fisch (Lachs oder Hering) sowie viel Obst und Gemüse setzen. Auch Nüsse sind empfehlenswert. Meiden sollten Sie hingegen den Genuss von Schweinefleisch, da es zahlreiche entzündungsfördernde Substanzen enthält.

5. Die Blase mit pflanzlichen Substanzen stärken
Entzündungshemmende Wirkstoffe sind auch in Form von pflanzlichen Arzneien verfügbar. Bei leichten Blasenentzündungen kann schon ihre alleinige Anwendung für eine Besserung der Symptome sorgen. Typische Wirkstoffe, die zum Einsatz kommen, sind Brennnesselblätter, Wacholder, Birkenblätter oder Katzenbartblätter.

Auch Wirkstoffe mit Kürbiskernen sind hilfreich, da sie sowohl die Blasenmuskulatur stärken als auch ihre natürliche Funktion unterstützen können. Die Cranberry und ein Extrakt aus Traubenkernen verfügen indes über Proanthoxyanide, die sich positiv auf die Behandlung einer Entzündung auswirken können.

6. Abwehrkräfte auf Vordermann bringen
Durch Wirkstoffe wie Vitamin C und Zink aktivieren Sie außerdem Ihre Abwehrkräfte. Zink fördert zusätzlich den natürlichen Säure-Basen-Haushalt im Körper. Die beiden Stoffe sind oft Teil eines Nahrungsergänzungsmittels, das gleich die empfohlene Tagesdosis enthält.

Behandlung der nicht-bakteriellen Blasenentzündung

In seltenen Fällen wird die Blasenentzündung nicht von Bakterien, sondern von Viren oder Pilzen ausgelöst. Die Behandlung erfolgt dann ohne Antibiotika, da diese gegen andere Erreger als Bakterien wirkungslos wären. Das Perfide daran: Eine Pilzinfektion wird manchmal durch die Einnahme von Antibiotika begünstigt. Dadurch gelangen Patienten schnell in einem Teufelskreis. Die bakterielle Blasenentzündung wird durch die von Pilzen verursache Infektion abgelöst. Zur Behandlung dieser Blasenentzündung kommen so genannte Antimykotika zum Einsatz. Auch sollten betroffene Patienten ihre Darmflora, beispielsweise durch spezielle Darmbakterien, stabilisieren.

Bei viralen Infekten hat sich vor allem eine Schonung des Körpers bewährt. Ebenso sollte auf Hausmittel wie Tees und Wärmeumschläge zurückgegriffen werden, um die Heilung zu beschleunigen.


Blasenentzündung: Die Therapie in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann eine unbehandelte und nicht auskurierte Zystitis mitunter zu schweren Komplikationen führen. Eine Frühgeburt oder ein geringes Geburtsgewicht des Babys können die Folge sein. Daher muss auch und gerade in der Schwangerschaft eine gezielte Behandlung der Harnwegsinfektion erfolgen.

Die Therapie der Blasenentzündung ist auch bei Schwangeren mit Antibiotika möglich. Es gibt aber spezielle Präparate, die für diese Phase geeignet sind. Der Arzt wird entscheiden, welche Antibiotika für Sie in Frage kommen, wenn Sie während der Schwangerschaft an einer Blasenentzündung leiden. Wirkstoffe, die in den Bereich der Penicilline oder Cephalosporine fallen, kommen in diesem Fall häufig zum Einsatz.


Gut zu wissen: Vorbeugende Therapie möglich

Bei Schwangeren wird oftmals schon dann ein Antibiotikum gegen die Zystitis verabreicht, wenn diese noch gar nicht ausgebrochen ist. Stellt der Arzt während einer Untersuchung fest, dass eine erhöhte Anzahl von Bakterien im Urin enthalten ist, kann diese Maßnahme dazu beitragen, dass keine Blasenentzündung auftritt und das ungeborene Kind bestmöglich geschützt wird. Allerdings sollten die Vor- und Nachteile – wie mögliche Nebenwirkungen – sorgsam abgewogen werden.


Wichtig in der Harninfekt-Therapie: Schon jetzt vorbeugen

Damit die Blasenentzündung nicht chronisch wird, sollten Sie auf eine ganzheitliche Behandlung setzen. Das Ziel ist es, die körpereigenen Schutzmechanismen zu stabilisieren – denn nur durch ein geschwächtes Immunsystem schaffen es durch die Harnröhre aufgestiegene Bakterien überhaupt erst, in der Blase zu verbleiben und dort die charakteristischen Beschwerden der Zystitis auszulösen.

Achten Sie daher darauf, nicht nur im Krankheitsfall, sondern regelmäßig ausreichend zu trinken und eine ausgewogene Ernährung mit entzündungshemmenden Wirkstoffen in Ihren Alltag einziehen zu lassen. Weiterhin hat sich viel Bewegung an der frischen Luft bewährt, um das Immunsystem zu stärken und so Erkrankungen wie der Blasenentzündung auf gesunde Weise vorzubeugen.