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Blasenentzündung

Symptome der Zystitis

Eine Harnwegsinfektion geht nicht immer nur mit dem allgemein bekannten Symptom des häufigen Wasserlassens einher. Es gibt noch weitere Symptome, die auf eine Blasenentzündung hindeuten können. Einige davon sind drastischer als andere; doch treten meist nicht alle gleichzeitig in Erscheinung. Daher fällt es Betroffenen manchmal schwer, eine Blasenentzündung richtig zu deuten und die korrekte Therapie anzuwenden.

Wir verraten Ihnen, welche Symptome einer Harnwegsinfektion typisch sind, welche Komplikationen auftreten können und wann Sie besser zum Arzt gehen sollten, um mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden!

Was passiert eigentlich bei einem Harnwegsinfekt?

Ursächlich für eine Blasenentzündung sind in den meisten Fällen Bakterien, die aus der eigenen Darmflora über die Harnröhren in die Harnblase gelangen. Die Blasenentzündung betrifft dort genau genommen die Schleimhaut der Harnblase, das so genannte „Urothel“. Diese Schleimhaut reagiert infolge einer Blasenentzündung empfindlicher auf Reize. Diese Reize entstehen beispielsweise durch Urin in der Blase. Durch die erhöhte Sensibilität der Blasenwand infolge des Harnwegsinfekts erhält der Körper schneller das Signal zur Blasenentleerung – die deshalb bei einer Blasenentzündung scheinbar häufiger erfolgt. Tatsächlich werden aber meist trotz starken Harndrangs nur sehr geringe oder gar keine Mengen Urin ausgeschieden, was zusätzlich zu Schmerzen beim Wasserlassen führen kann.

Was sind typische Symptome einer Harnwegsinfektion?

Je nachdem, ob es sich um eine leichte oder schwere Blasenentzündung handelt, treten unterschiedliche Symptome auf. Es gibt sehr schwach ausgeprägte Harnwegsinfektionen, die gänzlich symptom- oder zumindest schmerzfrei verlaufen, während andere sogar mit Symptomen wie Fieber einhergehen können.


Symptom Nummer 1: Häufiger Harndrang

Der häufige Harndrang gilt als typisches Anzeichen einer Blasenentzündung und tritt sowohl in leichten als auch in schweren Fällen auf. Wenige oder gar keine Urinmengen beim Gang zur Toilette sind ebenso häufig wie ein vermehrter Harndrang in der Nacht, der den erholsamen Schlaf erheblich beeinträchtigt. Das Wasserlassen kann bei einer Zystitis deutlich erschwert sein, weiterhin können zusammen mit dem starken Harndrang ebenso starke Krämpfe auftreten. Selten entsteht bei den Betroffenen aus dem Nichts ein solch dringender Harndrang, dass die Patienten es nicht rechtzeitig zur Toilette schaffen, um die Blase zu entleeren.


Schmerzen (nicht nur) beim Wasserlassen ebenfalls typisch

Die Symptome der Blasenentzündung können außerdem Unterleibsschmerzen oder brennende Schmerzen umfassen, die gehäuft beim Wasserlassen oder dem Versuch der Blasenentleerung auftreten. Allerdings können auch unabhängig vom häufigen Harndrang allgemeine Unterleibsschmerzen bei der Blasenentzündung bestehen. Frauen fällt es oft schwer, diese von anderen Unterleibsschmerzen – zum Beispiel während des Eisprungs oder der Periode – zu unterscheiden, weshalb eine Blasenentzündung ohne das Symptom des vermehrten Harndrangs in vielen Fällen nicht frühzeitig erkannt wird. Wenn die Blasenentzündung auf andere Organe übergreift, treten auch in diesen Bereichen starke Schmerzen auf.


Gelegentliche Symptome bei der Blasenentzündung

Viele Menschen denken bei der Blasenentzündung an Blut im Urin. Tatsächlich ist dies aber ein eher seltenes Symptom – zumindest, wenn es um für das bloße Auge sichtbares Blut geht. Häufiger ist hingegen bei einer Blasenentzündung Blut, das in solch geringer Menge auftritt, dass es nicht so einfach erkannt werden kann. Dann handelt es sich um eine sogenannte Mikrohämaturie.

Typischer für eine Zystitis sind hingegen trüber oder schlecht riechender Urin sowie verstärkter Ausfluss bei Frauen, der auf eine Ausbreitung der Infektion auf die Vagina schließen lässt.

Weitere Symptome der Blasenentzündung, die gelegentlich auftreten, sind:

  • Fieber (vor allem in Kombination mit einer Nierenbeckenentzündung)
  • Rückenschmerzen (ebenfalls bei einer Entzündung, die auf die Niere übergeht)
  • Allgemeines Krankheitsgefühl

Selten treten alle Symptome zusammen auf

Die Symptome einer Harnwegsinfektion treten oft einzeln in Erscheinung. So kann durchaus sein, dass Sie infolge einer Blasenentzündung Blut im Urin entdecken und Schmerzen beim Wasserlassen haben, aber dafür nicht ungewöhnlich oft zur Toilette müssen. Auch der umgekehrte Fall ist natürlich möglich.

Gibt es eine Blasenentzündung ohne Schmerzen?

Die Blasenentzündung ohne Schmerzen ist ebenso möglich wie die Blasenentzündung ohne vermehrten Harndrang. Je nach Intensität und Art der Blasenentzündung kommen Sie sogar ganz ohne Symptome aus. Dann lässt sich die Harnwegsinfektion nur feststellen, wenn der Arzt eine entsprechende Untersuchung durchführt.

Wichtig: Zwar heilen Blasenentzündungen in den meisten Fällen innerhalb von maximal einer Woche von allein aus; die Vergabe von Antibiotika oder die Anwendung von Hausmitteln kann den Heilungsprozess jedoch enorm beschleunigen. Daher – und auch, um Komplikationen zu vermeiden – sollten Sie wachsam sein und mögliche Symptome frühzeitig ernst nehmen.

Sonderformen der Zystitis

Die klassische Blasenentzündung wird durch Bakterien ausgelöst, welche in die Harnröhre gelangen. Es gibt jedoch Sonderformen, die beispielsweise durch Viren ausgelöst werden („hämorrhagische Zystitis“) und anhand von besonders viel Blut im Urin gut erkannt werden können. Weitere Formen sind die „emphysematöse Zystitis“, die dafür sorgt, dass in der Blase eine Gasbildung erfolgt und häufig Diabetiker betrifft, sowie die „interstitielle Zystitis“, die einen chronischen Verlauf nimmt und weder auf Bakterien noch auf Viren beruht. Auch eine von Pilzen ausgelöste Harnwegsinfektion kann auftreten; sie kommt häufig infolge einer Behandlung mit Antibiotika vor, weshalb viele Patienten diese bei einer bakteriellen Blasenentzündung ablehnen.


Blasenentzündung-Symptome beim Mann

Die Symptome einer Blasenentzündung beim Mann unterscheiden sich kaum von Harnwegsinfektion-Symptomen bei der Frau. Vermehrtes Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib und trüber Urin sind auch hier die typischen Anzeichen.

Eine Besonderheit ist jedoch, dass Männer zwar deutlich seltener von der Zystitis betroffen sind, sie dafür aber – einmal aufgetreten – sehr viel hartnäckiger ausfallen kann. So ist ein Übergreifen des bakteriellen Infekts auf die Prostata möglich, was sich durch Rückenschmerzen zeigen kann und die Krankheitsphase verlängert.

Harnwegsinfektionen oft bei älteren Männern

Das Risiko, als Mann an einer Blasenentzündung zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu, da die Prostata in der zweiten Lebenshälfte häufig vergrößert ist. Dieser Faktor begünstigt den Harnwegsinfekt beim Mann.

Verdacht auf Blasenentzündung: Wann zum Arzt?

Die meisten Harnwegsinfektionen heilen schnell und unkompliziert aus. Mediziner sprechen immer dann von einer unkomplizierten Blasenentzündung, wenn es zu keinen Fehlfunktionen oder -bildungen im Körper kommt und die Infektion auch nicht auf benachbarte Organe (wie die Nieren) übergreift. Es gibt jedoch einige Fälle, in denen Sie trotzdem sicherheitshalber zum Arzt gehen sollten. Diese umfassen:

  • Die Patientengruppe: Sind Sie ein Mann oder handelt es sich bei dem Patienten um ein Kind, sollte die Ursache für die Blasenentzündung ärztlich abgeklärt werden. Auch in der Schwangerschaft sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn der Verdacht auf eine Zystitis besteht. Dasselbe gilt für Menschen, die ungewöhnlich häufig Blasenentzündungen haben.
  • Mögliche Vorerkrankungen/Medikamente: Ist Ihr Immunsystem aufgrund einer anderen Erkrankung oder der Einnahme von Medikamenten geschwächt, ist ebenfalls ein Arztbesuch ratsam, um die Grunderkrankung zu behandeln. Weiterhin sollten Sie sich untersuchen lassen, wenn Sie Diabetiker sind und vermuten, an einer Blasenentzündung erkrankt zu sein.
  • Symptom Fieber: Das Symptom Fieber tritt bei einer Blasenentzündung selten auf. Ist es aber der Fall, sollten Sie prüfen lassen, ob sich die Infektion ausgebreitet hat und möglicherweise schon die Nierengegend betrifft. Charakteristisch sind dann auch Symptome wie Schüttelfrost und hohes Fieber.

Mögliche Komplikationen einer Blasenentzündung

Wenn Sie die Symptome der Zystitis ignorieren und diese innerhalb einiger Tage nicht abheilt, können in sehr seltenen Fällen Komplikationen auftreten. So ist möglich, dass die Entzündung aufsteigt und über die Harnleiter Ihre Nieren befällt. Die Folge können Nierenerkrankungen und unbehandelt sogar bleibende Nierenschäden sein. Auch ist das Risiko einer Komplikation groß, wenn Sie während des Infekts der Blase schwanger sind.


Nierenbeckenentzündung als Folge der Zystitis

Eine typische, aber sehr gefährliche Komplikation der Blasenentzündung ist die Nierenbeckenentzündung. Die Erreger, welche die Zystitis einst ausgelöst haben, steigen dann bis zu den Nierenbecken auf und lösen dort ebenfalls eine Entzündung aus. Weiterhin kann das Nierengewebe von der Erkrankung betroffen sein. Symptome der Harnwegsinfektion mit Nierenbeckenentzündung sind Fieber um die 40° Celsius, ein schweres Krankheitsgefühl, Übelkeit und Erbrechen, Schüttelfrost und eine angespannte Muskulatur im unteren Rückenbereich. Bei Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung ist der Gang zum Arzt Pflicht.


Blasenentzündung in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft können Blasenentzündungen häufiger auftreten als in anderen Lebensphasen der Frau; das liegt an den Veränderungen des Hormonhaushalts in dieser spannenden Zeit. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Zystitis hier früh erkannt und behandelt wird. Denn das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt sowie eines sehr geringen Geburtsgewichts des Fötus steigt mit jedem Infekt der Mutter, so auch mit der Blasenentzündung.

Die gute Nachricht: Auch in der Schwangerschaft kann der Harnwegsinfekt mit (für Schwangere geeigneten) Antibiotika behandelt werden und so in den allermeisten Fällen komplikationslos ausheilen. Sie sollten als Schwangere aber immer auf Nummer sicher gehen und einen Mediziner um Rat fragen!


Verkleinerte Harnblase als Komplikation

Infolge einer Blasenentzündung, die nicht ausreichend behandelt wurde oder chronisch auftritt, kann eine verkleinerte Harnblase entstehen. Mediziner sprechen dann von einer so genannten „Schrumpfblase“. Der Auslöser ist die dauerhafte Schädigung der Blase durch wiederkehrende Infektionen, die langfristig zu einem vernarbten Gewebe führen. Die Blase von Betroffenen ist nicht nur verkleinert, sondern verfügt auch über eine starre Blasenwand. Beide Aspekte führen zu dauerhaft vermehrtem Harndrang ohne die Ausscheidung von besonders viel Urin.

Was tun gegen die Symptome?

Die Symptome einer Blasenentzündung lassen sich in der Regel durch Hausmittel gut behandeln. Unterleibsschmerzen können beispielsweise durch die Anwendung von Wärmeumschlägen bekämpft werden, während eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr das Ausscheiden von Bakterien begünstigt.

Viele Harnwegsinfektionen werden außerdem durch natürliche Inhaltsstoffe bekämpft. Wirkstoffe wie Cranberrypulver, Kürbiskerne oder die Acerola-Kirsche haben unterschiedliche, positive Auswirkungen auf die Blase. Einerseits vermeiden sie, dass sich bakterielle Erreger an der Harnblasenwand ansiedeln können, andererseits sorgen sie für eine gestärkte Muskulatur und eine natürliche Versorgung mit Vitamin C. Dieses mobilisiert – meist in Kombination mit Zink und Niacin – die körpereigenen Abwehrkräfte und macht es Infektionen aller Art schwerer, im Körper zu verbleiben. Abschließend können Sie auf Kräutertees mit Inhaltsstoffen wie Ingwer, Brennnesselextrakt oder Wacholder setzen.