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Blasenentzündung

Blasenentzündung vorbeugen: Tipps und Tricks

Eine Blasenentzündung einfach vermeiden – und das auch noch mit wenig Aufwand? Klingt zu schön, um wahr zu sein – ist es aber nicht! Mit den richtigen Verhaltensweisen und bestimmter Ernährung ist die Blasenentzündung bald hoffentlich kein Thema mehr für Sie.

Zwar sind unsere Tipps und Tricks keine Garantie, dass Sie nie mehr von einer Zystitis betroffen sein werden – sie senken allerdings das Risiko für einen Infekt. Großer Pluspunkt: Die meisten von ihnen lassen sich problemlos in den Alltag einbauen und erfordern keinen zusätzlichen Zeitaufwand.

Neugierig geworden? Dann folgen hier unsere Tipps gegen die Blasenentzündung!

Harnwegsinfekt vorbeugen: So klappt es

Leider lässt sich nicht jede Blasenentzündung vermeiden. Doch haben die Harnwegsinfektionen fast alle eines gemein: Sie werden durch ein geschwächtes Immunsystem oder das falsche Verhalten in Hinblick auf Körperpflege und Geschlechtsverkehr begünstigt.


Blasenentzündung vorbeugen durch ein gestärktes Immunsystem

Sie können einen Harnwegsinfekt vorbeugen, indem Sie etwas für Ihre Abwehrkräfte tun. Netter Nebeneffekt: Sie wappnen sich so auch gegen andere Erkrankungen wie eine nervige Erkältung.

Doch was tut den Abwehrmechanismen eigentlich gut? Zunächst sind da wenig Stress und ausreichend Schlaf sowie regelmäßige Bewegung an der frischen Luft zu nennen. Weiterhin sollten Sie möglichst auf Laster wie das Rauchen und Alkohol verzichten und eine Unterkühlung vermeiden. In Bezug auf die Blasenentzündung sollte insbesondere die Beckengegend warm gehalten werden – aber auch kalte Füße sind ein No-Go, wenn Sie künftig von der Zystitis verschont bleiben möchten. Setzen Sie sich außerdem niemals auf den kalten Boden und wechseln Sie nasse (Schwimm-)Kleidung, bevor Sie frieren.

Ergänzend zu diesen Maßnahmen empfehlen wir Wirkstoffe, welche die Abwehrkräfte stärken können; allen voran der Ingwer, der beispielsweise als Tee frisch aufgebrüht genossen werden kann. Auch Zink und Vitamin-C-Lieferanten wie die Acerola-Kirsche können dazu beitragen, dass Sie Ihre Abwehrkräfte auf Vordermann bringen.


Die richtige Körperpflege

Eine übertriebene Intimpflege oder die Wahl der falschen Produkte stört das natürliche Schutzmilieu und ebnet Bakterien den Weg in die Harnblase. Daher sollten Sie den Intimbereich nicht zu häufig waschen, sondern lieber selten und sanft mit warmem Wasser abspülen und auf Seife oder Intimsprays verzichten. Diese trocknen rasch die empfindliche Haut aus, wodurch sich Hautschuppen aufstellen können und einen Nährboden für Bakterien oder Pilzsporen bieten. Statt normaler Duschgels und Seifen sind pH-neutrale Waschlotionen für die Intimzone die bessere Wahl – oder Sie nutzen lediglich Wasser ohne eine Zugabe.

Honeymoon Zystitis: Blasenentzündung nach dem Sex vorbeugen

Dass eine Blasenentzündung oft in Verbindung mit häufigem Geschlechtsverkehr auftritt, ist kein Geheimnis – daher kommt auch der Begriff der "Honeymoon-Zystitis" (deutsch: Flitterwochen-Zystitis). Sie müssen aber aus Angst vor der nächsten Blasenentzündung nicht auf die schönste Nebensache der Welt verzichten! Stattdessen sollten Sie bestimmte Verhütungsmittel anderen vorziehen. Die Verwendung von Spermiziden sollte vermieden werden, da sie die Haut austrocknen können. Auch die Spirale ist als Verhütungsmittel ungeeignet, wenn Sie zu häufigen Harnwegsinfekten neigen. Besser sind Kondome, die das Risiko einer Erkrankung senken.

Weiterhin können Sie der Blasenentzündung nach dem Sex vorbeugen, wenn Sie gleich danach die Toilette aufsuchen. So werden mögliche Keime rasch ausgespült und können sich in der Harnblase nicht festsetzen. Als Faustregel gilt: Spätestens eine Viertelstunde nach dem Sex aufs WC, um einem Harnwegsinfekt vorzubeugen. So wird die Honeymoon-Zystitis für Sie hoffentlich Geschichte oder erst gar nicht relevant sein.

 

Ernährung bei Blasenentzündung – hilft eine Umstellung?

Die richtige Ernährung bei einer Blasenentzündung soll dazu beitragen, dass die Symptome gelindert werden und die Heilung beschleunigt wird. Umgekehrt können bestimmte Wirkstoffe auch bei der Vorbeugung helfen.

Tipp 1: Eine ausgewogene Ernährung etablieren
Nicht nur bei einer Blasenentzündung wird eine ausgewogene und gesunde Ernährung empfohlen. Allgemein stärkt sie das Wohlbefinden und die Abwehrkräfte, sorgt für Gesundheit und beugt Übergewicht vor. Sie sollten Fertigprodukte mit viel Zucker vermeiden und wenig ungesunde Snacks essen. Wenn der Heißhunger kommt, sind knackiges Obst oder dunkle Schokolade besser als Chips.

Tipp 2: Bestimmte Lebensmittel wählen
Bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthrose oder auch der Blasenentzündung sollten Sie auf Lebensmittel setzen, die als entzündungshemmend gelten. Angeführt wird diese Liste von frischem Gemüse und Obst – aber auch Nüsse können sich positiv auf entzündliche Krankheiten auswirken. Kontraproduktiv sind hingegen die wahren „Entzündungsförderer“ wie Schweinefleisch.

Tipp 3: Das richtige Getränk wählen
Nicht nur die Ernährung bei der Blasenentzündung ist wichtig: Auch die Wahl der Getränke. Sie sollten Wasser oder ungesüßte Kräutertees gegenüber zuckerhaltigen Limonaden bevorzugen. Kaffee und Alkohol gilt es zu vermeiden, da sie die Harnblase reizen können.

Tipp: Nicht nur das richtige, sondern auch möglichst viel trinken

Mindestens 1,5 – besser aber zwei – Liter am Tag sind die Faustregel, um Ihre Harnblase gut durchzuspülen und so einer Blasenentzündung vorzubeugen. Mögliche Bakterien werden so rasch wieder nach außen befördert, bevor sie sich an der Schleimhaut der Harnblase anheften und einen Infekt verursachen können.

Alltags-Tipps gegen die Blasenentzündung

Das richtige Alltagsverhalten unterstützt ebenfalls die Vorbeugung einer Zystitis. Dazu gehören die folgenden Aspekte:

Die richtige Unterwäsche wählen: Entscheiden Sie sich für weiche und bequeme Unterwäsche, die gut sitzt und nicht unangenehm reibt. Weiterhin sollte sie möglichst aus Baumwolle bestehen. Vermeiden Sie Kunstfasern und waschen Sie die Unterwäsche regelmäßig bei 60°, um mögliche Keime abzutöten.

Auf der Toilette richtig verhalten: Wenn Sie auf die Toilette gehen, sollten Sie nicht unnötig pressen, um die Blase nicht zu strapazieren. Weiterhin sollten Sie die Muskulatur beim Urinieren nicht anspannen. Durch diese Anspannung kann eine Art Unterdruck auftreten, der einen Urinrest samt Bakterien wieder in die Blase zurücksaugt. Nach dem Stuhlgang sollten Sie sich außerdem nicht von hinten nach vorne, sondern nur von vorne nach hinten abwischen, um E. Coli Bakterien von der Harnröhre fernzuhalten.

Regelmäßig pinkeln gehen: Wenn Sie merken, dass Sie auf die Toilette müssen, sollten Sie gleich gehen – und nicht vermeintlich die „Blase trainieren“, indem Sie sich zurückhalten. Häufiges Urinieren sorgt dafür, dass Keime regelmäßig aus der Blase entfernt werden und sich darin nicht vermehren können. Wenn Sie unseren Tipp mit dem ausreichenden Trinken beherzigen, werden Sie ohnehin häufiger die Toilette aufsuchen müssen.

 

Medikamente zur Vorbeugung

Auch bestimmte Medikamente eignen sich theoretisch dafür, Harnwegsinfekte vorzubeugen. Allerdings kommen sie nicht ohne Nebenwirkungen aus.


Antibiotika als vorbeugende Maßnahme?

Einige Ärzte empfehlen bei einer chronischen Blasenentzündung oder bei Risikogruppen wie Schwangeren eine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika. Es handelt sich bei den verschriebenen Medikamenten zwar um welche mit sehr niedriger Dosis, dennoch sind Einnahmen über mehrere Monate hinweg notwendig; das kann zu einer gefährlichen Resistenz führen.

Da Antibiotika außerdem in Verdacht stehen, starke Nebenwirkungen wie Verdauungsprobleme auszulösen und auch eine Pilzinfektion zu begünstigen, erweist sich diese vorbeugende Maßnahme in den meisten Fällen als wenig sinnvoll. Besser, Sie setzen auf die Anwendung von Hausmitteln, um die Zystitis loszuwerden.

Aber: Wenn Sie bei der Blasenentzündung Fieber haben oder schwanger sind, sollten Sie trotzdem einen Arzt aufsuchen, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Seit einigen Jahren möglich: Die Impfung gegen Blasenentzündung

Eine Impfung gegen die Harnwegsinfektion ist seit einigen Jahren eine Option zur Vorbeugung. Sie empfiehlt sich vor allem bei chronisch von einer Zystitis betroffenen Patienten. Der Impfstoff besteht aus mehreren, abgetöteten Bakterienstämmen der für eine Blasenentzündung oftmals verantwortlichen E. Coli Bakterien und soll dem Körper ermöglichen, sich künftig gegen Infektionen besser zu wappnen.

Die Impfung muss verschrieben werden und wird nicht von der Krankenkasse bezahlt. Drei Injektionen im Abstand von einer bis zwei Wochen sind notwendig, außerdem kann die Impfung nach einem Jahr aufgefrischt werden. Mit Nebenwirkungen wie Schwellungen, Rötungen und Müdigkeit muss gerechnet werden. Auch können in seltenen Fällen Herz-Kreislauf-Beschwerden nach der Impfung auftreten.

Kapselimpfung als Alternative

Sie können alternativ zur Impfung per Spritze ein kapselförmiges Extrakt zu sich zu nehmen, das ebenfalls aus abgetöteten E. Coli Bakterien besteht. Die Kapselimpfung muss wie die Injektionen verschrieben werden und wird auch nicht von gesetzlichen Kassen bezahlt. Die Therapie dauert – mit Pause – insgesamt neun Monate. Während der ersten drei Monate nehmen Sie täglich auf nüchternen Magen eine Kapsel ein, bevor drei Monate Pause erfolgen. Anschließend ist die Dosis eine Kapsel pro Tag während der ersten zehn Tage der folgenden drei Monate.

 

Trotz allem eine Blasenentzündung bekommen?

Auch, wenn Sie einige oder sogar alle Tipps im Alltag umsetzen, kann es leider sein, dass Sie eine Blasenentzündung bekommen. Der Grund sind manchmal schlicht anatomische oder genetische Faktoren wie eine verkürzte Harnröhre oder einfach eine individuelle Neigung zu Harnwegsinfektionen. Hinzu kommt, dass die Wirksamkeit der vorbeugenden Maßnahmen nicht belegt werden kann. Hier hilft nur regelmäßiges Ausprobieren.

Unser Vorschlag: Wenn Sie trotz allem eine Blasenentzündung haben, lesen Sie auch unsere Tipps rund um hilfreiche Hausmittel und Gegenmaßnahmen.