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Diabetes

Diabetes Typ 1

Die seltene Form der Zuckerkrankheit

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die allgemein in zwei Typen unterschieden wird. Diabetes Typ 1 ist die deutlich seltenere Form, die nur bei rund fünf Prozent aller Diabetiker auftritt. Vorwiegend zeigt sie sich bereits im Kindes- oder Jugendalter; charakteristisch sind eine zunächst symptomfreie Zeit und anschließende starke Beschwerden, die bis hin zu einem Koma reichen können. Diabetes Typ 1 ist aktuell nicht heilbar. Die Betroffenen sind auf eine regelmäßige, externe Insulinzufuhr angewiesen. Allerdings können Maßnahmen wie die richtige Ernährung, ausreichend Bewegung und ein strukturierter Tagesablauf dabei helfen, die Symptome in Schach zu halten.

 

Was ist Diabetes Typ 1?

Hinter Diabetes Mellitus Typ 1 steckt wie auch hinter Typ 2 eine chronisch auftretende Stoffwechselerkrankung. Die Bauchspeicheldrüse produziert bei Diabetikern mit Typ 1 nicht mehr ausreichend Insulin, welches vom Körper benötigt wird, um den Blutzuckerspiegel in einem gesunden Rahmen zu halten. Bei einigen Diabetikern wird gar kein Insulin mehr produziert.

Die Ursache dafür sind Antikörper, welche die Betazellen der Bauchspeicheldrüse angreifen und zerstören. Die Betazellen können in der Folge kein Insulin mehr herstellen. Der Blutzuckerspiegel steigt an, das fehlende Insulin muss extern durch Injektionen zugeführt werden und so den Spiegel wieder absenken.

 

Betroffene von Diabetes Typ 1

Über 400 Millionen Menschen sind weltweit von Diabetes betroffen, aber nur ca. fünf Prozent von Diabetes Typ 1. Deutschlandweit gibt es etwa 200.000 Typ 1 Diabetiker. Da die Diabetes Typ 1 Symptome meist erst dann auftreten, wenn schon mindestens 80 Prozent der Insulin-produzierenden Betazellen zerstört werden, ist eine Diagnose oftmals schwierig. Erst im späteren Stadium fallen erhöhte Blutzuckerwerte auf, die eine Diagnose vereinfachen. Trotzdem sind fast alle Typ 1 Diabetiker bei der Diagnose noch im Kindes- oder Jugendalter.

 

Risikofaktoren und Ursachen von Diabetes Typ 1

Die genauen Ursachen für die Zerstörung von Betazellen der Bauchspeicheldrüse durch körpereigene Antikörper sind noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass hier verschiedene Faktoren aufeinandertreffen und im Zusammenspiel die Erkrankung auslösen. Einer der Faktoren ist der erbliche Aspekt. So haben immerhin in rund 12 Prozent der Diabetes Typ 1 Fälle die Betroffenen einen nahen Verwandten, der ebenfalls an der seltenen Stoffwechselerkrankung leidet. Als weitere Diabetes Typ 1 Ursachen werden keine oder zu kurze Stillzeiten nach der Geburt sowie diverse Giftstoffe angesehen, die der Körper aufgenommen hat. Auch soll der zu frühe Kuhmilch-Konsum das Risiko erhöhen, an Diabetes Typ 1 zu erkranken. Vollständig geklärt sind die Ursachen für Typ 1 Diabetes jedoch nicht.

 

Diabetes bei Kindern: Typ 1 häufig früh vorhanden

Typ 1 Diabetes zeigt sich fast immer im Kindes- und Jugendalter. Die meisten Patienten sind bei der Diagnose jünger als 15 Jahre. Diabetes bei Kindern stellt die Eltern vor eine besondere Herausforderung, da die Insulingabe per Spritze verständlicherweise auf wenig Gegenliebe stößt. Normalerweise wird das Insulin mithilfe eines Insulin-Pens injiziert. In einigen Fällen erhalten Kinder und Jugendliche aber auch eine Insulinpumpe, die einmal eingesetzt und anschließend stets flexibel gesteuert werden kann. Die Pumpe ist durch eine Kanüle und einen schmalen Schlauch mit dem Körper verbunden und wird mit einem externen Gerät bedient. Sie gibt automatisch und kontinuierlich Insulin ab, bei Bedarf (zum Beispiel während einer Mahlzeit) können aber manuell zusätzliche Dosen verabreicht werden. Von Diabetes Typ 1 betroffene Kinder müssen unbedingt an einer speziellen Schulung teilnehmen, um früh zu verstehen, warum die Insulinvergabe so wichtig ist. Auch erfahren sie dort, wie sie die richtige Menge berechnen und sich im Bedarfsfall selbst verabreichen können.

 

Hinweis: LADA-Diabetes als Sonderform

Als Sonderform und ebenfalls selten auftretende Variante von Diabetes ist LADA bekannt. Die betroffenen Patienten sind anders als bei der Diagnose von Typ 1 Diabetes 35 Jahre oder älter. Auch entwickelt sich die Krankheit langsam, was mit Diabetes Typ 2 vergleichbar ist. Im Gegensatz zur „klassischen“ Diabetes-Erkrankung können LADA-Betroffene aber ihre Symptome zu Anfang durch orale Antidiabetika und eine Ernährungsumstellung senken und müssen zunächst kein Insulin spritzen.

 

Symptome von Diabetes Typ 1

Die Diabetes Typ 1 Symptome zeigen sich, wie beschrieben, erst in einem relativ fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Da anfangs kaum Beschwerden bestehen und auftretende Symptome nicht direkt miteinander in Verbindung gebracht werden, ist eine Diagnose schwierig.

Typische Diabetes 1 Symptome im Verlauf sind:

  • Häufiges Wasserlassen
  • Häufiger Durst
  • Heißhungerattacken
  • Juckreiz
  • Übelkeit
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Sehstörungen
  • Schwindelgefühle
  • Erhöhte Anfälligkeit für Infekte
  • starke Müdigkeit
  •  Zittern
  • Schwäche

In einem späten Stadium können Diabetes Typ 1 Betroffene sogar ins Koma fallen oder andere Bewusstseinsstörungen entwickeln.

 

Wann zum Arzt?

Tritt eines oder mehrere der Symptome auf und ist vielleicht zusätzlich ein Verwandter ersten Grades von Diabetes Mellitus Typ 1 betroffen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird durch eine Befragung feststellen, ob der Verdacht berechtigt ist und welche Tests zur Überprüfung infrage kommen. Eine Urinprobe und eine Blutprobe sind gängige Maßnahmen, um Diabetes Mellitus Typ 1 festzustellen oder eben auszuschließen.

 

Behandlung von Diabetes Typ 1

Für Betroffene gibt es aktuell nur eine Form der konkreten Behandlung: Das Hormon Insulin muss gespritzt oder per Insulinpumpe verabreicht werden, damit dieses den Blutzuckerspiegel senken kann. Es übernimmt die Funktion des eigentlich körpereigenen Stoffs, der bei Diabetikern Typ 1 nicht mehr von der Bauchspeicheldrüse hergestellt werden kann.

 

Frage: Gibt es eine Heilung für Diabetes Typ 1?

Leider ist derzeit noch keine Heilung für Diabetes Typ 1 bekannt. Durch die richtige Ernährung kann allerdings dafür gesorgt werden, dass starke Symptome wie Bewusstlosigkeit vermieden werden. Es kommt immer darauf an, zu wissen, wie viel Insulin gerade benötigt wird, um den durch die Ernährung erhöhten Blutzuckerspiegel wieder zu senken.

 

Hilfreich bei Diabetes Typ 1: Die richtige Ernährung

Nicht nur bei Diabetikern wird auf eine ausgewogene Ernährung hingewiesen: Auch gesunde Menschen sollten darauf setzen, um sich bestmöglich mit Nährstoffen zu versorgen, das Immunsystem zu stärken und langfristig fit zu bleiben. Bei Diabetikern ist die ausgewogene Ernährung aber besonders wichtig. Eine spezielle Diät ist nicht erforderlich; doch kann die sorgsame Wahl der Ernährung Diabetes Typ 1 und seine Folgen günstig beeinflussen.

 

Speisen: Pflanzliche Lebensmittel bevorzugen

Zur Diabetes Typ 1 Ernährung sollten vorwiegend pflanzliche Lebensmittel gehören. Die fast mit jeder Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel steigt. Ballaststoffe, wie sie in Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, diversen Gemüsesorten und Obst vorkommen, verlangsamen diesen Anstieg. Daher sind sie bei der diabetesfreundlichen Ernährung sehr wichtig. Als Faustregel gilt: Fünfmal kleinere Portionen Obst oder Gemüse am Tag. Weiterhin sollte die Ernährung cholesterinarm sein. Cholesterin versteckt sich in tierischen Produkten wie fettigem Fleisch, Sahne oder Eiern. Die Dosis für Diabetiker sollte 300 Milligramm Cholesterin nicht überschreiten. Auch wird zwischen „guten“ und „schlechten“ Fetten unterschieden. Schlechte sollten möglichst vom Speiseplan gestrichen oder ihr Konsum zumindest eingedämmt werden; diese verbergen sich vor allem in fettigen Speisen wie Chips oder frittierten Lebensmitteln. Besser sind wertvolle Fettsäuren aus Nahrungsmitteln wie Nüssen oder Avocados.

Kohlenhydrateinheit: Wichtiger Faktor für Diabetiker

Bei Diabetikern spielt die Kohlenhydrateinheit eine Rolle. Diese wird als „KE“ oder „KHE“ abgekürzt und verrät, um wie viel Milligramm pro Deziliter der Blutzuckerspiegel erhöht wird, wenn das damit ausgezeichnete Nahrungsmittel konsumiert wird. Diabetiker können so berechnen, wie hoch die Insulindosis ausfallen muss, um nach der Speise wieder zu einem ausgeglichenen Blutzuckerspiegel zu gelangen. Im Durchschnitt werden täglich 40 Insulineinheiten benötigt; diese schwanken aber mit dem Körpergewicht und richten sich in ihrer Menge auch nach der Tageszeit, während der etwas gegessen wird.

 

Getränke: Süßstoff- und generelles Alkoholverbot als Mythos

Viele Diabetiker verzichten auf Getränke mit Süßstoffen und Alkohol, da sie denken, dass diese den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lassen. Diabetes Typ 1 muss aber keinen Verzicht auf diese Getränke bedeuten! Getränke mit Süßstoff sind entgegen der landläufigen Annahme gar kein Problem, während Alkohol in Maßen in Ordnung ist. Auf starken Schnaps sollte aber doch verzichtet werden, da durch ihn der Blutzuckerspiegel rasch ansteigt und wieder absinkt. So erhöht sich die Gefahr einer Unterzuckerung, die der Betroffene nicht kommen sieht.

Viel wichtiger ist es, zu wissen, dass Fruchtzucker in Säften den Blutzuckerspiegel rasend schnell ansteigen lässt. Vor allem zusätzlich gezuckerte Säfte sollten daher nicht auf dem Speiseplan eines Typ-1-Diabetikers stehen.

 

Tipps und Tricks für betroffene Patienten

Neben der Ernährung können Patienten mit Diabetes Typ 1 noch mehr tun, um zu einer besseren Lebensqualität zu gelangen.

 

1. Informieren

Das Wichtigste für Patienten, die an Diabetes Typ 1 leiden, ist eine umfangreiche Information über die Krankheit. So sollten sie an entsprechenden Schulungen teilnehmen, um die Erkrankung zu verstehen und zu lernen, wie die richtige Insulin-Dosis aussehen muss – je früher, desto besser. Immerhin ist es gar nicht so einfach, sich selbst eine Insulinspritze zu setzen oder den Blutzuckerspiegel korrekt zu messen.

 

2. Bewegen

Zwar sind die meisten Typ 1 Diabetiker im Gegensatz zu Typ 2 Diabetikern schon schlank – doch sollten auch sie den Sport in ihr Leben lassen. Die körperliche Reaktion auf Insulin wird durch regelmäßige Bewegung verbessert, wodurch letztlich weniger Insulin benötigt wird. Wer noch nicht fit ist, beginnt am besten mit einem leichten Ausdauertraining. Empfehlenswert sind Sportarten wie Nordic Walking oder Joggen, aber auch Radfahren oder Schwimmen.

 

3. Auf natürliche Helfer setzen

Wirkstoffe aus der Natur wie beispielsweise Zimt und Ingwer können sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Auch Extrakte aus der Bittermelone oder Kurkuma fördern die Gesundheit und sorgen dafür, dass zumindest die Symptome durch Diabetes Typ 1 gelindert werden.

 

4. Tagesrhythmus anpassen

Ein stetiger Schlaf-Wach-Rhythmus sorgt dafür, dass der Stoffwechsel zuverlässiger arbeiten kann. Daher sind Diabetiker bestenfalls keine Schichtarbeiter, verzichten auf spätes Fernsehen und halten einen konstanten Tages- und Nachtrhythmus ein. Tagsüber kann viel Zeit an der Sonne dabei helfen, die innere Uhr zu regulieren – und ganz nebenbei steigert sie auch die gute Laune!


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