WIE KÖNNEN WIR IHNEN HELFEN?
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Rückenschmerzen

Rückenschmerzen durch Hexenschuss

Was hilft gegen das spontane Leiden?

Eigentlich war alles gut – doch ein falscher Griff und schon schießt der Schmerz in den Rücken. Offensichtlich wurden Sie in diesem Moment Opfer eines Hexenschusses. Doch was ist das genau und warum haben so viele Menschen Angst davor? Was gruselig klingt, ist im Grunde ein Synonym für einen plötzlich einsetzenden Rückenschmerz, der manchmal eine Ursache hat und manchmal scheinbar völlig ohne direkten Zusammenhang mit Fehl- und Überbelastungen auftritt. Wir haben aber eine gute Nachricht: Es handelt sich trotz des gefährlich klingenden Namens in den meisten Fällen um keine ernsthafte Krankheit. Mit ein wenig Geduld und einigen Hilfsmitteln schaffen Sie es in der Regel sogar, die Schmerzen binnen weniger Tage wieder loszuwerden.

Hexenschuss: Was ist das eigentlich?

Der Begriff „Hexenschuss“ ist ursprünglich volkstümlicher Natur und bezeichnet einen plötzlichen Schmerz im Rücken. Vorwiegend ist der untere Rücken im Bereich der Lendenwirbel betroffen. Es gibt aber auch Patienten, die Schmerzen im oberen oder mittleren Rücken beklagen. Insgesamt geht man davon aus, dass rund 85 Prozent der gesamten Bevölkerung irgendwann einmal daran leiden.

Und woher kommt der Name für den Schmerz im Rücken? „Hexenschuss“ werden die Beschwerden vermutlich aufgrund der Heftigkeit genannt, mit der die Rückenschmerzen beginnen. Ebenfalls eine Rolle spielt bei der Namensgebung wohl die Tatsache, dass wegen der starken Schmerzen im Rücken fast automatisch eine gebückte Haltung eingenommen wird, die optisch an eine Hexe erinnert.

 

Exkurs: Schmerz im Rücken durch Übernatürliches? Die Begrifflichkeit „Hexenschuss“, die sich bis heute gehalten hat, könnte auch mit dem mittelalterlichen Glauben an übernatürliche Kräfte zusammenhängen. So soll der Schmerz damals mitunter auf magische Wesen zurückgegangen sein, die einem Widersacher von hinten in den Rücken schossen.

 

Ursachen für den Hexenschuss im Rücken

Ungünstige Belastungen des Rückens, zum Beispiel durch das Tragen großer Lasten oder das Heben schwerer Gegenstände, können einen Hexenschuss fördern. Ebenso sind falsche, abrupte Bewegungen oder längere Fehlhaltungen schuld an akuten Schmerzen. Wer von jetzt auf gleich eine intensive Sportart mit ungewöhnlichen Dreh- oder Bückbewegungen durchführt, kann ebenfalls betroffen sein – oder es trifft Büroarbeiter, die an wenig ergonomischen Arbeitsplätzen arbeiten.

Vorerkrankungen und Beschwerden, die ebenfalls Rückenschmerzen als Symptom mit sich bringen können, sind die Folgenden:

  • Blockaden der Wirbelsäule
  • ein Bandscheibenvorfall
  • eine Knochenfraktur (Bruch) durch Osteoporose
  • eine ungünstige Verschiebung der Wirbelgelenke

 

Es gibt aber noch weitere Faktoren, welche den Hexenschuss im Rücken begünstigen können:

  • eine Klimaänderung (zum Beispiel längere feuchte Kälte)
  • eine plötzliche Zerrung im Rückenbereich
  • allgemeine Verspannungen im Nacken- und Rückenbereich, die schon längere Zeit auftreten
  • psychische Faktoren (Stress und Depressionen)

 

Risikofaktoren für einen Hexenschuss

Die Ursachen für einen Hexenschuss beleuchten bereits die Risikofaktoren: Wer einen wenig ergonomischen Arbeitsplatz sein Eigen nennt, ungewöhnliche Trage- oder Hebebelastungen hatte oder für den Körper neue und anstrengende Bewegungen ausführte, kann sein Risiko für einen Hexenschuss steigern. Viele Betroffene leiden außerdem an den Folgen von Bewegungsmangel: Dieser schwächt die Rückenmuskulatur durch verkürzte Muskeln und strapazierte Bänder. Gerade im Bereich der Lendenwirbelsäule können bei plötzlichen Belastungen nach dauerhaftem Bewegungsmangel die typischen Schmerzen auftreten. Weitere Faktoren, welche einen Hexenschuss begünstigen, sind Übergewicht und Depressionen.

 

Hinweis: Hexenschuss als „junges Problem“ Zwar leiden gefühlt deutlich mehr ältere Menschen an Rückenschmerzen – doch handelt es sich hierbei eher um Beschwerden aufgrund von Knochenverschleiß. Von einem spontanen Hexenschuss durch Fehlbelastungen und Co. sind hingegen eher Menschen zwischen 30 und 50 Jahren betroffen; auch Jüngere haben häufig die klassischen Beschwerden. Der Grund: Im Alter versteift die Wirbelsäule und spontane Blockaden durch einen Hexenschuss werden seltener.

 

Habe ich einen Hexenschuss? Symptome im Überblick

Haben Sie wirklich einen Hexenschuss im Rücken – oder ist es doch eine andere Art des Schmerzes, die vielleicht sogar eine dringende Behandlung erfordert? Typische Symptome für einen Hexenschuss sind:

  • ein bohrender oder stechender Schmerz, der plötzlich einsetzt
  • das einseitige Auftreten des Schmerzes
  • die Lokalisation des Schmerzes im Bereich zwischen Lende und Gesäß
  • ziehende Schmerzen
  • Bewegungseinschränkungen durch den Schmerz

Diese Hexenschuss-Symptome sorgen dafür, dass der Betroffene fast automatisch eine gekrümmte Schonhaltung einnimmt. Diese nimmt dem akuten Schmerz oft die Spitze. Gerades Aufrichten ist bei einem Hexenschuss im Rücken ebenso schmerzhaft wie starkes Nach-vorne-Beugen.

 

Hinweis: Nicht immer liegen Auslöser und Schmerz nah beieinander Der Rücken macht sich mit Schmerzen bemerkbar, obwohl Sie zuletzt vor einigen Tagen schwer gehoben oder sich ungewohnt bewegt haben? Dennoch kann es sich dabei um den Auslöser handeln. Zwischen Ursache und Schmerzen liegen manchmal nur wenige Stunden, manchmal aber auch mehrere Tage. So werden viele Betroffene von Hexenschuss-Symptomen überrascht, kurz nachdem sie einfach nur aus dem Bett aufgestanden sind und objektiv gar nichts „falsch“ gemacht haben.

 

Hexenschuss: Dauer, Verlauf und Prognose

Wie lange müssen Sie sich mit dem Schmerz im Rücken herumplagen? In der Regel beläuft sich die Dauer der Schmerzphase auf sieben Tage. Seltener leiden Betroffene zwei Wochen oder sogar vier bis sechs Wochen an den Schmerzen.

  • Die gute Nachricht: Neben den lästigen Schmerzen sind normalerweise keine Konsequenzen zu befürchten. Sie benötigen nach einem Hexenschuss einfach nur etwas Geduld, bis Sie wiederhergestellt sind.

 

Hexenschuss: Ein Grund für den Arzt?

Handelt es sich wirklich um einen unkomplizierten Kreuzschmerz, der als Hexenschuss bezeichnet wird, müssen Sie damit nicht zum Arzt.

  • Das Problem: Als Laie können Sie das nicht immer eindeutig feststellen. Im Zweifelsfall sollten Sie daher die ärztliche Diagnose bevorzugen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Schmerz mit der Zeit stärker wird oder nach Ablauf einiger Tage nicht nachlässt, ist ein Arztbesuch ratsam. Unbedingt notwendig ist er auch beim Auftreten zusätzlicher Symptome wie allgemeiner Schwäche, einem Taubheitsgefühl in den Armen oder Beinen oder sogar Beschwerden wie Fieber.

Achtung: Eine plötzliche Blaseninkontinenz oder starke Bewegungseinschränkungen sollten indes umgehend in die Notaufnahme führen. Hier handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um einen harmlosen Hexenschuss, sondern um eine ernstzunehmende Grunderkrankung.

 

Die richtige Therapie bei einem Hexenschuss

Eine Hexenschuss-Therapie ist nicht notwendig, kann aber die lästigen Beschwerden lindern. Ob Medikamente, Hausmittel oder Bewegung: Sagen Sie den Schmerzen den Kampf an!

 

Medikamente gegen Hexenschuss-Schmerzen

Wenn die Schmerzen nicht auszuhalten sind, schaffen Wirkstoffe wie Ibuprofen und Diclofenac Abhilfe. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und wirken schmerzlindernd, sollten aber nur wenige Tage lang eingenommen werden. Auch gilt: Die niedrigste mögliche Dosis ist bei einem Hexenschuss die beste, da die Schmerzen bei harmloser Ursache ohnehin bald vorübergehen.

 

Nährstoffe gegen Nervenschmerzen

Vermuten Sie einen geschädigten Nerv hinter den akuten Hexenschuss-Beschwerden? Dann versuchen Sie, Nährstoffe wie Uridinmonophosphat, Cytidinmonophosphat, Folsäure und Vitamin B12 in den Alltag zu integrieren. Diese gibt es als Nahrungsergänzungsmittel, um den Wiederaufbau geschädigter Nerven zu unterstützen und diese mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. So beugen Sie auch neuen Hexenschuss-Beschwerden vor.

 

Wärmeanwendungen

Ein entspannendes Vollbad oder ein Wärmekissen, das Sie auf den schmerzenden Bereich auflegen, sorgt für Erholung bei Rückenschmerzen. Auch spezielle Wärmepflaster sind bei der Hexenschuss-Therapie geeignet. Achten Sie aber darauf, dass diese nur kurzfristig auf der Haut belassen werden.

 

Schonende Bewegung

Für die Hexenschuss-Therapie ist strikte Bettruhe nicht ratsam. Sie sollten stattdessen darauf achten, normale Alltagsbewegungen wie üblich auszuführen. Vermeiden Sie allerdings unnötige und schwere Belastungen. Lockeres Gehen, beispielsweise im Rahmen eines Spaziergangs, kann den Hexenschuss-Rücken ebenso bessern wie sanfte Rückenübungen.

 

Hexenschuss: Übungen gegen den Schmerz

Diese Hexenschuss-Übungen erfüllen zwei Zwecke: Einerseits lindern sie den bestehenden Schmerz, andererseits beugen sie ähnlichen Beschwerden gezielt vor.

 

Akute Beschwerden lindern: Stufenlagerung

Für die Schmerzlinderung hat sich die so genannte Stufenlagerung bewährt. Legen Sie sich dafür auf den Boden, Rücken und Kopf sind gestreckt. Hals und Kreuz werden hingegen sanft erhoben und gestützt, beispielsweise durch ein untergeschobenes, flaches Kissen. Ebenso lagern Sie die Knie und die Unterschenkel etwas höher, sodass sich ein rechter Winkel ergibt. Wählen Sie dafür beispielsweise ein leicht erhöhtes Polster. Auf diese Weise können Sie nun eine Weile entspannen und dem Rücken den Druck nehmen. Bei Bedarf können Sie die Haltung mehrmals täglich einnehmen.

 

Dem Hexenschuss durch Übungen vorbeugen

Aktive Hexenschuss-Übungen sorgen dafür, dass Rückgrat, Bauch, Rumpf und Beckenbodenmuskulatur gestärkt werden. Dadurch beugen Sie neuen Beschwerden vor.

1. Tischübung

Setzen Sie sich vor einem schweren Tisch, der sich nicht leicht fortschieben lässt, auf eine Stuhlkante. Richten Sie den Rücken auf und positionieren die Füße so, als ob Sie laufen würden. Neigen Sie das Becken sanft nach vorne und fassen Sie beim Einatmen an die Tischkante. Beim Ausatmen drücken Sie hingegen kräftig dagegen. Das nächste Einatmen sollte eine leichte Ziehbewegung an der Tischkante beinhalten.

2. Gleichgewichtsübung

Um den Beckenboden zu trainieren, können Sie Balance-Übungen machen. Das hilft auch gegen einen Hexenschuss! Die Übungen umfassen den wechselnden Stand auf einem Bein. Der Oberkörper wird dabei jeweils nach vorne gebeugt, der Rücken darf nicht rund gemacht werden. Die Höhe, in der das Bein emporgestreckt wird, ist für das Beckenbodentraining unerheblich. Es geht darum, möglichst ohne Zittern das Gleichgewicht zu halten.

3. Treppensteigen

Was simpel klingt, ist sehr wirksam: Denn Treppensteigen trainiert den Beckenboden, wenn Sie es „richtig“ machen. Dafür setzen Sie den Vorfuß leicht auf die Stufe und stoßen sich durch die Kraft des Beckenbodens mit dem unteren Fuß ab. Der Beckenboden wird dafür angespannt. Sie merken, dass Sie es richtig machen, wenn Sie ein regelrechter Schwung erfasst und Sie fast schon automatisch nach oben gezogen werden.

 

Tipp: Haben Sie keine Treppe zuhause, nutzen Sie alternativ einen Stepper oder einen kleinen Tritthocker.

 

Hinweis: Kursangebote nutzen Um weitere Übungen in Gruppen zu lernen, können Sie spezielle Kurse besuchen. Beispielsweise bieten Physiotherapie-Praxen Kurse zur Rückenschule an. Auch an der Volkshochschule kann es solche Angebote geben. So beugen Sie langfristig Hexenschuss- und ähnlichen Rückenbeschwerden vor und starten bestenfalls in ein schmerzfreies Leben.


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