WIE KÖNNEN WIR IHNEN HELFEN?
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Blasenentzündung

Hausmittel bei Blasenentzündung im Check

Sie ist lästig, oft schmerzhaft und hartnäckig: Die Blasenentzündung. Als Heilmittel erster Wahl gilt bei einem bakteriellen Infekt in der Schulmedizin das Antibiotikum. Vor allem Patienten, die an einer wiederkehrenden Blasenentzündung leiden, wünschen sich aber lieber eine natürliche Hilfe. Doch welche Hausmittel helfen wirklich und welche können Sie sich getrost sparen?

Wir nehmen verschiedene, mögliche Hausmittel gegen den Harnwegsinfekt unter die Lupe und helfen Ihnen dabei, die Blasenentzündung natürlich zu behandeln.

Die Blasenentzündung natürlich behandeln: Was hilft?

Den Ruf, gängige Mittel gegen Blasenentzündung zu sein, haben:

  • Wärme
  • verschiedene Säfte
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Tees
  • Ingwer
  • eine vermehrte Intimhygiene
  • Natron
  • Senföle, z. B. aus Meerrettich
  • Apfelessig

Doch welche dieser Hausmittel können den Harnwegsinfekt wirklich bekämpfen? Welche lindern „nur“ die Symptome und welche sind gar in ihrer Wirksamkeit umstritten?

Frage 1: Wärme bei Blasenentzündung?

Ja, Wärme gilt sogar fast als erste Wahl bei einem Harnwegsinfekt. Die Behandlung mit Wärme wird aber nicht nur bei einer Blasenentzündung empfohlen. Auch bei verschiedenen Schmerzarten, etwa Unterleibsschmerzen bei der Periode oder Rückenschmerzen infolge einer Verspannung, schaffen Wärmeumschläge oder heiße Bäder Abhilfe. Bei einem Harnwegsinfekt kann dieses Hausmittel aber neben der Schmerzlinderung noch einen weiteren Effekt verursachen: Es aktiviert den Stoffwechsel und damit das Immunsystem, das dem Körper bei der Abwehr der vorhandenen Bakterien in der Blase hilft.

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, um durch Wärme die Blasenentzündung natürlich zu behandeln:

Eine heiße und feuchte Auflage
Tunken Sie ein weiches Frottee-Tuch in heißes Wasser, wickeln es in ein trockenes Tuch ein und legen dieses anschließend auf den Bauch (Vorsicht: Testen Sie zunächst, ob die Temperatur auf der Haut angenehm ist). Belassen Sie dort die Auflage, bis sie lauwarm ist und wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf.

Wärmflasche oder -kissen
Alternativ können Sie eine Wärmflasche oder ein in der Mikrowelle erwärmtes Wärmekissen auf den Unterbauch legen.

Ein Vollbad
Ein angenehm temperiertes Vollbad fördert ebenfalls die Durchblutung der Blase durch Wärme und sorgt überdies für Entspannung.

Das warme Bett
Kuscheln Sie sich – am besten gleich nach dem Bad – im Bett ein, vielleicht sogar inklusive Wärmflasche oder feuchtem Umschlag, und gönnen Sie sich etwas Ruhe.

Frage 2: Säfte gegen Blasenentzündung?

Ja bitte! Einige Säfte wie beispielsweise Preiselbeer- oder Heidelbeersaft sollen die empfindlichen Schleimhäute in der Blase kräftigen und so die Abwehr der bakteriellen Erreger fördern. Weiterhin hilft es allgemein, viel zu trinken, um die Blase durchzuspülen und vorhandene Erreger so schneller zu entfernen.

Frage 3: Nahrungsergänzungsmittel als Hilfe bei Blasenentzündung?

Ja, es gibt besondere Nahrungsergänzungsmittel für die Blasenentzündung, die durch ihren Wirkstoffkomplex an verschiedenen „Baustellen“ ansetzen. So könnte das Nahrungsergänzungsmittel aus folgenden Inhaltsstoffen bestehen:

Cranberrypulver/-extrakt: Man geht davon aus, dass in der Cranberry enthaltene Proanthoxyanide die Anheftung von bakteriellen Erregern an die Harnwegswände erschweren.

Kürbiskerne: Diese fördern eine gesunde Blasenfunktion und stärken die Muskulatur der Harnblase auf natürliche Weise.

Acerola-Kirsche: Das enthaltene Vitamin C fördert das Immunsystem und hält die Organe gesund – darunter auch die Harnblase.

Vitamin B2 (Riboflavin) und Vitamin B3 (Niacin): Diese Vitamine sorgen dafür, dass die körpereigene Schleimhaut gesund bleiben kann.

Zink: Als Unterstützung für das Immunsystem darf dieser Wirkstoff bei ganzheitlichen Nahrungsergänzungsmitteln nicht fehlen.

Frage 4: Tee gegen Blasenentzündung?

Ja, neben Säften empfehlen sich auch und gerade spezielle Kräutertees für die natürliche Behandlung bei einer Blasenentzündung. Wirkstoffe wie Goldrutenkraut, Brennnessel, Birkenblätter und Wacholder sollen verschiedene, positive Eigenschaften mit sich bringen. So gelten sie als antibakteriell, regen die Tätigkeit der Nieren an und fördern so die Harnausscheidung, die wiederum Bakterien aus der Blase spült. Auch können Kräutertees bei Schmerzen entspannend und entkrampfend sein. Vier bis fünf Tassen sind pro Tag empfehlenswert, um die Blasenentzündung natürlich zu behandeln.

Tipp: Spezialtees aus der Apotheke wählen

Ein Tee gegen die Blasenentzündung sollte am besten aus der Apotheke stammen. Die dort verkauften Tees enthalten im Gegensatz zu herkömmlichen Mischungen besondere, harntreibende und entzündungshemmende Wirkstoffe, die speziell auf einen Harnwegsinfekt abgestimmt sind.

Frage 5: Ingwer gegen eine Blasenentzündung und ihre Symptome?

Ja, das kann helfen! Ingwer hat – wie auch einige der genannten Kräuter, die in Tees Anwendung finden – aufgrund seines Inhaltsstoffes Gingerol eine antibakterielle Wirkung und stärkt überdies die Abwehrkräfte Ihres Körpers. So wappnen Sie sich gegen künftige Infekte; nicht nur gegen Blasenentzündungen. Außerdem hilft Ingwer bei Verdauungsbeschwerden, die manchmal in Verbindung mit der längerfristigen Einnahme von Antibiotika auftreten.

Ingwer lässt Ihnen überdies die Wahl, wie Sie ihn zu sich nehmen: Entscheiden Sie sich zwischen frischem Ingwer, der Verarbeitung in einem schmackhaften Mittag- oder Abendessen oder ebenfalls der Verwendung als Tee.

Frage 6: Vermehrte Intimpflege bei Zystitis?

Nein, eine „mangelhafte“ Intimpflege ist nicht an einer Blasenentzündung schuld. Vielmehr kann sogar eine zu intensive Intimhygiene dazu beitragen, dass eine Blasenentzündung überhaupt entsteht! Die richtige Intimpflege ist aber hilfreich, um die Heilung des Infekts zu beschleunigen und künftige Entzündungen zu vermeiden. Dazu gehört eine warme Dusche im Intimbereich ebenso wie eine spezielle Waschlotion, die antibakterielle Eigenschaften hat und den natürlichen pH-Wert des Vaginal- und Darmmilieus nicht verändert. Fragen Sie am besten in der Apotheke nach sanften und pH-neutralen Waschlotionen für den Intimbereich. Alternativ verzichten Sie einfach auf eine Lotion und waschen den empfindlichen Bereich nur mit Wasser.

Frage 7: Natron als Hausmittel bei Blasenentzündung?

Ja, Natron kann den pH-Wert Ihres Urins dahingehend verändern, dass sich bakterielle Erreger darin weniger rasant vermehren. Die Anzahl der Bakterien nimmt ab; weiterhin lindert Natron die bei Blasenentzündungen typischen Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen.

Für die Verwendung haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können entweder am Morgen eine große Kanne Wasser mit mehreren, darin aufgelösten Teelöffeln Natron vorbereiten und im Abstand von 15 Minuten jeweils ein Glas über den Tag verteilt trinken. Oder Sie entscheiden sich für nur ein Glas auf nüchternen Magen, in das ein Teelöffel Natron gemischt wird.

Frage 8: Senföle als heilendes Mittel bei einer Blasenentzündung?

Eventuell kann auch dieses Hausmittel funktionieren. Senföle, die beispielsweise aus der Kapuzinerkresse und dem Meerrettich gewonnen werden, sollen antibiotisch wirken – ähnlich eines chemischen Antibiotikums sollen sie die bakteriellen Erreger, die einen Harnwegsinfekt ausgelöst haben, bekämpfen. Ob das wirklich so ist, ist leider unter Fachleuten umstritten. Allerdings soll zumindest die Vermehrung der Bakterien in der Blase durch Senföle eingedämmt werden.

Frage 9: Apfelessig als natürlicher Helfer bei Harnwegsinfektionen?

Ja! Den sehr gewöhnungsbedürftigen Apfelessig zu trinken, kostet Sie zwar sicherlich Überwindung – doch ein Löffel in einem großen Glas Wasser aufgelöst, sorgt dafür, dass Keime in der Blase bekämpft werden können. Der Grund dafür ist die im Apfelessig befindliche Säure, die sich auch beispielsweise bei Hautunreinheiten bewährt. Wenn Sie es schaffen, sollten Sie drei Gläser Wasser mit jeweils einem Teelöffel Apfelessig darin über den Tag verteilt trinken, um die Blasenentzündung natürlich zu behandeln.

Tipp: Im Zweifelsfall einfach ausprobieren!

Keines der genannten Hausmittel wird die Blasenentzündung verschlechtern. Daher können Sie beruhigt austesten, was Ihnen gut tut.

Was bei der Blasenentzündung kontraproduktiv ist

Während einige Getränke und Wirkstoffe bei der Blasenentzündung helfen, bewirken andere das Gegenteil. Eine Reizung der Harnwege erfolgt beispielsweise durch Zitronensäfte, Alkohol und Kaffee, während stark zuckerhaltige Softdrinks den Zuckerwert im Körper erhöhen – das unterstützt das Bakterienwachstum. Der Konsum dieser Getränke sollte bei einer Harnwegsinfektion vermieden werden.

Wann muss der Arzt um Rat gefragt werden?

Blasenentzündung natürlich behandeln hin oder her – manchmal muss der Arzt schauen, ob der Harnwegsinfekt von allein ausheilt oder sich eine mögliche Komplikation anbahnt. Signale, die einen Arztbesuch zwingend erforderlich machen, sind sichtbares Blut im Urin, hohes Fieber und starke Krämpfe. Auch wenn Sie zu einer Risikogruppe für Folgeerkrankungen gehören, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen, sobald sich eine Blasenentzündung anbahnt. Risikogruppen sind Menschen mit bestimmten Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, aber auch schwangere Frauen, da die unbehandelte Blasenentzündung in schweren Fällen zu einer Fehlgeburt führen kann. Weiterhin empfiehlt sich ein Arztbesuch, wenn die Blasenentzündung immer wiederkehrt und keine Maßnahmen bisher langfristig geholfen haben – oder die Beschwerden nach einigen Tagen nicht nachlassen.

Hilfe bei Blasenentzündung: Richtig verhalten beim Infekt

Nicht nur die genannten Hausmittel, auch gewisse Verhaltensweisen können Ihnen dabei helfen, eine Zystitis schneller auszukurieren. Gleichzeitig beugen Sie im Idealfall weiteren Infekten vor, sodass Sie künftig von der nervigen Erkrankung verschont werden.

1. Regelmäßig zur Toilette gehen
Neben Bettruhe und viel Wärme sollten Sie dem Harndrang nachgeben und die Toilette aufsuchen, wann immer die Blase drückt. Sie sollten allerdings vermeiden, „vorbeugend“ auf das WC zu gehen, da Sie so die ohnehin geschwächte Blase zusätzlich reizen. Besser, Sie trinken genug, sodass Ihre Blase regelmäßig gefüllt und entleert werden kann. Im Bestfall werden die Bakterien gleich mit ausgespült.

2. Die geeignete Unterwäsche wählen
Nicht nur zur Behandlung einer Blasenentzündung, sondern auch zur Vorbeugung sollten Sie die richtige Unterwäsche tragen. Achten Sie schon beim Kauf auf atmungsaktive Materialien – am besten sind Produkte aus reiner Baumwolle. Waschen Sie Unterhosen regelmäßig bei 60° Celsius, um Keime und Bakterien abzutöten. Außerdem sollte die Unterwäsche nicht zu eng sitzen, da sie sonst die Haut reizen kann.

3. Nach dem Stuhlgang „richtig“ säubern
So blöd es klingt: Bei der Säuberung nach dem Stuhlgang können Sie einiges falsch machen. Sie sollten sich immer von vorn nach hinten abwischen und anschließend bei Bedarf ein neues Papier verwenden. So verhindern Sie, dass Bakterien aus der Darmflora in die Nähe Ihrer Harnröhre gelangen und so in die Harnblase aufsteigen können. Bei bestehenden Blasenentzündungen verhindern Sie so eine Verschlimmerung.

4. Die Füße schön warm halten
Dass Wärme eine wichtige Rolle bei der Heilung spielt, haben wir bereits erläutert – vor allem die Füße sollten dabei aber nicht vergessen werden. Kalte Füße begünstigen einen Infekt. Setzen Sie daher vor allem im Winter auf Kuschelsocken, laufen Sie nicht barfuß durch eine kalte Wohnung und machen Sie ein Fußbad, wenn Ihre Füße partout nicht warm werden möchten.