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Nervenschmerzen

Post-Zoster-Neuralgie nach Gürtelrose

Nervenschmerzen infolge der Krankheit Gürtelrose

Nervenschmerzen nach der Gürtelrose sind eine gefürchtete Komplikation. Bei einigen Patienten bleiben sie auch noch lange nach Abklingen der übrigen Symptome bestehen – sogar eine chronische, lebenslange Schmerzentwicklung ist möglich. Die genaue Ursache für die meist brennenden und in der Regel sehr heftig einsetzenden Nervenschmerzen ist leider noch nicht geklärt.

Wir verraten Ihnen, wer häufig von dieser Folge der Gürtelrose betroffen ist. Auch informieren wir Sie allgemein über die Grunderkrankung und geben Tipps zur Vorbeugung und Vermeidung einer Ansteckung. Natürlich finden Sie auch mögliche Gegenmaßnahmen, um den Schmerz nach der Krankheit Herpes Zoster in den Griff zu bekommen.

 

Ursachen für die Ursache von Post-Zoster-Neuralgien: Gürtelrose im Überblick

Die Gürtelrose wird im Fachjargon als „Herpes Zoster“ oder kurz „Zoster“ bezeichnet. Dahinter steckt eine Krankheit, die durch im Körper schlummernde Windpocken-Viren ausgelöst wird. Die Erreger von Windpocken und Gürtelrose sind identisch.

Sind Sie bereits in der Vergangenheit an Windpocken erkrankt, verbleiben deren Auslöser in Ihrem Körper. Durch externe Faktoren wie Stress oder ein geschwächtes Immunsystem können die Viren später erneut aktiviert werden. Sie breiten sich dann entlang der Nervenbahnen aus und betreffen in ihrer Symptomatik die Nerven und die Haut. Die Folge: Eine Gürtelrose tritt auf, die sich mit ihrem klassischen, bläschenartigen Ausschlag und meist starken Schmerzen zeigt.

 

Ausbreitung und Übertragung der Gürtelrose

Nur wer bereits zu einem vorherigen Zeitpunkt im Leben schon einmal Windpocken hatte, ist durch eine Herpes-Zoster-Infektion gefährdet. Eine direkte Übertragung von Gürtelrose ist allerdings nicht möglich. Die Übertragung der Viren an Menschen, die noch nicht an den Windpocken erkrankt sind, ist aber ein Problem; denn so können sie diese Krankheit bekommen. Die Gefahr besteht beispielsweise, wenn sie den Ausschlag eines Gürtelrose-Patienten berühren. Auch eine indirekte Übertragung durch Gegenstände wie Türgriffe kann erfolgen, wenn der Erkrankte diese zuvor berührt hat oder gesunde Menschen anderweitig in Kontakt mit den Bläschen geraten sind.

 

Ca. 5 bis 7 Tage herrscht Ansteckungsgefahr

Patienten mit Gürtelrose, Nervenschmerzen und Ausschlag sind meist so lange ansteckend, bis sich die Hautbläschen verkrustet haben und nur noch in Form von Schorf vorhanden sind. Das ist etwa nach fünf bis sieben Tagen der Fall.

Symptome der Gürtelrose

Die Gürtelrose geht mit Symptomen einher, die sich bei jedem Patienten in anderer Form und Intensität zeigen.

Typisch sind aber

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit (ein allgemeines Krankheitsgefühl)
  • Kribbeln und andere Missempfindungen der Haut
  • Nervenschmerzen
  • mit Flüssigkeit gefüllte, rote Bläschen

Der Verlauf der Erkrankung ist dabei ähnlich: Zunächst fühlen sich die Patienten ohne weitere Symptome lediglich müde und schwach, anschließend tritt ein Kribbelgefühl auf, das in starke Schmerzen übergeht. Zuletzt bilden sich die meist gürtelförmig um den Körper verlaufenden Bläschen und machen eine Diagnose einfach.

Durch das gehäufte Auftreten der Bläschen meist in Rücken- und Brustnähe ergibt sich der deutsche Name „Gürtelrose“. Doch kann der Ausschlag auch entgegen dieser Bezeichnung an anderen Körperstellen vorkommen, beispielsweise im Gesicht oder am Hals. Selbst an den Augen oder Ohren sind Symptome möglich.

 

Nervenschmerzen bei und nach Gürtelrose

Die Schmerzen der Gürtelrose beruhen darauf, dass die Viren im Körper die Nerven angreifen. Daher handelt es sich bei den Beschwerden um Nervenschmerzen, die von vielen Patienten als „brennend“ und „einschießend“ beschrieben werden. Andere empfinden sie eher als dumpfe, pochende oder stechende Schmerzen.

Während sie in der Zeit des Ausschlags noch als „normale“ Zoster-Neuralgie gelten und in der Regel gemeinsam mit der Gürtelrose ausheilen, sind die Schmerzen bei einigen Patienten hartnäckiger. So können sie auch nach dem Abklingen der Bläschen bestehen bleiben oder sogar nach einer komplett beschwerdefreien Zeit erneut auftreten. Bestehen die Nervenschmerzen länger als drei Monate nach dem Abheilen der Gürtelrose, sprechen Mediziner von einer „Post-Zoster-Neuralgie“.

 

Post-Zoster-Neuralgie als Folge der Gürtelrose

Vermutlich durch eine anhaltende Nervenschädigung durch die Viren der Windpocken und Gürtelrose können die Schmerzen bei Herpes Zoster auch nach Wochen noch anhalten. Etwa jeder zehnte Patient mit Gürtelrose berichtet sogar noch nach Monaten von den Nervenschmerzen.

Die Beschwerden sollten frühzeitig ärztlich untersucht und behandelt werden, um einen chronischen Verlauf zu verhindern. Der richtige Ansprechpartner ist hier nach dem Hausarzt der Neurologe oder Schmerztherapeut.

 

Wer ist von der Post-Zoster-Neuralgie betroffen?

Die Nervenschmerzen nach der Gürtelrose gelten als eine der häufigsten Komplikationen und betreffen im Durchschnitt etwa jeden 5. bis 10. Patienten der Krankheit. Besonders ältere Menschen sind gefährdet. Über 60-jährige berichten fast zu 50 Prozent von Nervenschmerzen nach der Gürtelrose, bei den über 70-jährigen sind es sogar etwa 70 Prozent, die auch nach vier Wochen nach der Heilung der Bläschen noch unter Nervenschmerzen leiden.
 

Wie erkennt man eine Post-Zoster-Neuralgie?

Der schmerzhafte Ausschlag gehört zu den üblichen Symptomen der Gürtelrose (Zoster-Neuralgie). Klingt dieser jedoch ab, während die Schmerzen länger als drei Monate später bleiben, liegt eine Post-Zoster-Neuralgie vor. Auch nach einem beschwerdefreien Zeitraum können die Nervenschmerzen nach der Gürtelrose zurückkehren – ohne weitere Symptome wie den Ausschlag.

 

Woher kommt die Post-Zoster-Neuralgie?

Die Post-Zoster-Neuralgie beruht auf einer dauerhaften Schädigung der Nerven durch die Viren, welche die Gürtelrose und einst die Windpocken ausgelöst haben. Warum die Schmerzen jedoch teilweise lebenslang bei Patienten bestehen bleiben, ist nicht eindeutig geklärt.

 

Starke Schmerzen: Symptome der Post-Zoster-Neuralgie

Die Post-Zoster-Neuralgie erkennen Sie an den starken Nervenschmerzen, die auch Wochen, Monate oder Jahre nach einer Gürtelrose auftreten, ohne dass noch Bläschen auf der Haut erkennbar sind.

Die Schmerzen gehen manchmal mit Überempfindlichkeitsgefühlen der Haut einher und verstärken sich bei der kleinsten Berührung oder Bewegung. Auch kann Juckreiz auftreten.

 

Wichtig: Frühe Diagnose der Post-Zoster-Neuralgie

Sofern Sie erste Anzeichen einer Gürtelrose oder einer anschließenden Post-Zoster-Neuralgie bei sich bemerken, sollten Sie den Arztbesuch nicht herauszögern. Die Heilungschancen steigen mit der frühestmöglichen Behandlung.

Der Arzt wird Sie untersuchen, Fragen zu Ihrer Patientengeschichte stellen und ein möglichst individuelles Behandlungskonzept für Sie entwickeln, damit die nach der Gürtelrose auftretenden Nervenschmerzen nicht zu chronischen Schmerzen werden. Neben einem geeigneten Medikamentenplan empfiehlt er wahrscheinlich die ergänzende Anwendung von Hausmitteln. Diese können die Nervenschmerzen nach der Gürtelrose lindern.

 

Schmerzlindernde Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie

Wie stark Ihre Schmerzen sind und wann sie wo auftreten, entscheidet über die Behandlung mit. In Frage kommen Medikamente, Schmerzpflaster oder Hausmittel. Weiterhin gibt es Varianten aus der Naturheilkunde bei der Post-Zoster-Neuralgie sowie Tipps zur richtigen Verhaltensweise.

  • Medikamente bei Nervenschmerzen nach der Gürtelrose: Wie bei allen Arten von Nervenschmerzen werden auch jene nach der Gürtelrose vorwiegend mit Arzneien aus der Gruppe der Antiepileptika, Opioide oder Antidepressiva therapiert. 
  • Schmerzpflaster gegen die anhaltenden Nervenschmerzen: Die Nervenschmerzen nach der Gürtelrose sind oft auf eine Körperstelle begrenzt. In diesem Fall empfehlen Ärzte meist ein Schmerzpflaster, das dort platziert wird. 
  • Hausmittel für eine Schmerzlinderung: Wärmeumschläge helfen bei der Durchblutung und sorgen bei vielen Patienten für ein allgemein wohliges Gefühl. Weiterhin lindern sie Verspannungen, die bei Nervenschmerzen zusätzlich stressen können. Viele Patienten mögen außerdem die Auflage von Kälte-Umschlägen, welche den Schmerz gefühlt an Ort und Stelle betäuben – oder sie setzen auf Wechselanwendungen aus Kälte und Wärme. 
  • Naturheilkunde bei Post-Zoster-Neuralgie: Von innen wirken beruhigende Tees wie Baldrianwurzeltee oder entzündungshemmende Kräuter und Pflanzen wie Ingwer. Weiterhin können Sie die Regeneration der Nerven durch bestimmte Nervenvitamine fördern. Der Wirkstoffkomplex in Neuro-Orthim® unterstützt die Selbstheilungskräfte des Körpers. Enthalten sind die wichtigen Nervennährstoffe Uridinmonophosphat, Cytidinmonophosphat, Folsäure und Vitamin B12. 
  • Das richtige Verhalten: Leichte Bewegung kann dabei helfen, Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose und allgemeine Neuralgien zu lindern. Weiterhin sollten Sie Reizstoffe wie Alkohol oder Zigaretten meiden. Einige Patienten reagieren auf solche externen Reize mit stärkeren Schmerzen. Achten Sie auch auf Ihre Ernährung. Streichen Sie stark zuckerhaltige Produkte vom Speiseplan und ersetzen Sie diese durch frisches Obst und Gemüse, um Ihr Immunsystem zu stärken.

 

Vorbeugung der Post-Zoster-Neuralgie

Da nicht eindeutig geklärt ist, wie es infolge einer Gürtelrose zu Nervenschmerzen kommt, die chronisch verbleiben, gibt es für diese Art der Komplikation leider keine Möglichkeit der Vorbeugung.

Allerdings ist seit 2018 eine neue Impfung vorhanden, die vor der Gürtelrose selbst schützen soll. Sie wird für alle Menschen ab 60 sowie für Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder mit Krankheiten wie Diabetes mellitus bereits ab 50 Jahren empfohlen, um das Risiko einer Reaktivierung der Viren zu mindern. Sie erfolgt zweimal innerhalb von zwei bis sechs Monaten und wird von den Krankenkassen in der Regel bezahlt.

Wenn Sie zu einer Patientengruppe mit erhöhtem Risiko für Komplikationen nach Herpes Zoster (zum Beispiel Nervenschmerzen nach der Gürtelrose) gehören oder eine sehr schwere Form der Erkrankung entwickeln, können Sie außerdem antivirale Wirkstoffe oder das entzündungshemmende Mittel Kortison zu sich nehmen. Deren Wirksamkeit wurde in Studien aber bislang noch nicht eindeutig belegt.